Es waren immer Topspiele, wenn Bamberg in den letzten drei Jahren auf Ulm traf, die Partien waren oft spannend, wurden einige Male erst in der Verlängerung entschieden - doch am Ende siegten immer die Brose Baskets. Damit soll es jetzt aus Sicht der Schwaben vorbei sein: Heute (20 Uhr) will der Tabellendritte nach elf Niederlagen in Folge gegen den dreimaligen Double-Gewinner endlich das Trauma beenden. Und die Gelegenheit scheint günstig - denn beim Spitzenreiter läuft es alles andere als rund.
Ohne die verletzten Leistungsträger Matt Walsh (Meniskuseinriss), Maik Zirbes (Daumenverletzung) und John Goldsberry (Reha nach Knie-OP) sowie den suspendierten Jeremiah Massey verloren die Bamberger am Sonntag in Bonn mit 93:98 - es war die zehnte Niederlage im elften Pflichtspiel. Nur gegen die bereits als Absteiger feststehenden Gießener feierten die Bamberger ein Erfolgserlebnis.
"Es hilft uns, dass wir uns jetzt auf die Bundesliga konzentrieren können, und es hilft uns, dass wir in diesem wichtigen Spiel Heimvorteil genießen", hofft Chris Fleming, dass seine Jungs heute das Ruder herumreißen. "Wir sind bereit, werden ein Kampfspiel abliefern und müssen unser Glück erzwingen, nachdem der Basketball-Gott zuletzt nicht auf unserer Seite war", erwartet der Trainer vollen Einsatz und vor allem eine Steigerung in der Defensive.
Mit 98 Punkten des Gegners - wie zuletzt in Bonn - kann man keine Spiele gewinnen. "Wir müssen Vertrauen entwickeln, gute Verteidigung zu spielen, unseren Gegner mehrmals in Folge stoppen und die Momente erkennen, in denen wir dem Spiel unseren Stempel aufdrücken können", betont Fleming. Der Coach spielt damit vor allem auf die Situation im dritten Viertel in Bonn an, als sich seine Mannschaft eine Vier-Punkte-Führung erkämpfte und es versäumte, den Vorsprung auszubauen. Stattdessen erlaubten sich die Brose Baskets in dieser Phase etliche Ballverluste und konnten die Bonner Aufbauspieler nicht vor sich halten. Die Folge war, dass der penetrierende Jared Jordan immer wieder die freien Werfer an der Dreierlinie fand, die den Meister regelrecht erschossen.
Diese Mängel gilt es heute auf jeden Fall abzustellen, denn auch die Ulmer verfügen mit Per Günther über einen quirligen Spielmacher und viele gefährliche Schützen. Selbst "Big John" Bryant, Ulms Turm in der Schlacht, verfügt inzwischen über einen ordentlichen Distanzwurf.

Massey bekommt keine Chance

Im Gegensatz zu Fleming verfügt Leibenath über ein homogenes Team, dass auch in der Europa League mit erfolgreichen Partien auf sich aufmerksam gemacht und in der Bundesliga zuletzt fünf Spiele in Folge gewonnen hat. Während Maik Zirbes gestern im Training mit stark bandagierter Hand versuchte, wieder auf Korbjagd zu gehen, fehlte Jeremiah Massey. Auf die Frage, ob er noch eine Zukunft in Bamberg hat, entgegnete Fleming: "Momentan gehe ich nicht davon aus. Das ist aber auch kein Thema, auf das wir unsere Energie verschwenden."
Die Wende haben die Brose Baskets auch im Hinspiel Anfang Dezember in Ulm geschafft, als sie einen 18-Punkte-Rückstand kurz nach der Pause noch wettmachten und mit 85:83 nach Verlängerung die Oberhand behielten.