Die Brose Baskets haben sich im Play-off-Halbfinale der Basketball-Bundesliga eindrucksvoll zurückgemeldet. Nach der 85:98-Heimniederlage gegen den FC Bayern gewannen sie am Sonntagabend das zweite Spiel der best-of-five-Serie in München mit 93:83 (48:40) und holten sich damit den Heimvorteil zurück. Damit kann sich der Titelverteidiger mit einem Sieg in der dritten Partie, die am Donnerstag (16.05 Uhr/Sport1) wieder in Bamberg stattfindet, den ersten Matchball zum Einzug ins Finale sichern.

Dank einer sehr guten Trefferquote aus der Distanz gingen die Bamberger, bei denen Anton Gavel nach überstandener Grippe wieder dabei war, im ausverkauften Audi Dome schnell eine 12:2-Führung vor. Sharrod Ford und John Goldsberry versenkten dabei zwei Dreier. Drei weitere von Bostjan Nachbar, Alex Renfroe und Casey Jacobsen bescherten den Gästen, die zudem beim Rebound überlegen waren, nach dem ersten Viertel einen 23:21-Vorsprung. Dieser fiel nur deshalb so knapp aus, weil sich die Brose Baskets gegen die wiederum sehr aggressive Münchner Verteidigung sechs Ballverluste geleistet hatten.

Im zweiten Abschnitt legten die Bamberger ihrerseits nun in der Verteidigung eine Schippe drauf und gestatteten den Hausherren keine leichten Körbe. Obwohl mit Ford und Nachbar zwei Bamberger Leistungsträger schon im ersten Viertel jeweils das zweite Foul kassiert hatten und deshalb lange auf der Bank saßen, verteidigten die Bamberger ihre Führung. Zur Pause lagen die Bayern mit acht Punkten zurück (40:48), weil sich Trainer Svetislav Pesic kurz vor der Halbzeit ein technisches Foul wegen Meckerns einhandelte und der Meister dies eiskalt mit vier Punkten bestrafte.

Bayern-Präsident Uli Hoeneß, der direkt nach der Landung des Champions-League-Siegers vom Münchner Flughafen in den Audi Dome geeilt war und fünf Minuten nach Spielbeginn von den Bayern-Fans mit einem Jubelsturm empfangen worden war, musste mit ansehen, wie sein Team immer weiter ins Hintertreffen geriet. Renfroe führte im Angriff umsichtig Regie, Jacobsen und Gavel trafen ihre Dreier: Bamberg lag plötzlich mit 15 Punkten vorne (61:46, 26. Min.). Mit der Umstellung auf eine Zonenverteidigung brachten die Münchner ihren Gast im Angriff dann aber aus dem Rhythmus und lagen vor den letzten zehn Minuten nur noch mit 57:65 in Rückstand.

Zwar übernahm bei den Bayern jetzt Tyrese Rice wie erwartet das Kommando, doch ließ sich der Meister davon nicht beeindrucken und spielte immer wieder A.J. Ogilvy am Brett frei, so dass der Australier zu einfachen Punkten kam. Nach einem Vier-Punkte-Spiel (Dreier plus verwandelter Freiwurf) von Gavel zum 75:86 (37.) wurde es still im Audi-Dome und die "Anton, Anton"-Sprechchöre der Brose-Fans waren daher umso lauter zu hören. Da die Bamberger in der verbleibenden Spielzeit kühlen Kopf bewahrten, fügten sie den Münchnern nach zuletzt 14 Heimsiegen in Folge wieder eine Niederlage in eigener Halle zu und verdarben Bayern-Präsident Hoeneß ein bis dahin perfektes Wochenende.


Die Statistik

FC Bayern München - Brose Baskets 83:93
(21:23, 19:25, 17:17, 26:28)
München Roberts (16 Punkte), Rice (14/2 Dreier), Benzing (12/1), Thomas (10/2), Homan (10), Troutman (7), Halperin (7), Hamann (4), Jagla (3/1), Greene
Bamberg Gavel (17/2), Jacobsen (16/3), Renfroe (15/1), Nachbar (11/3), Ogilvy (10), Zirbes (8), Neumann (6), Ford (5/1), Goldsberry (3/1), Schmidt (2), Tadda
SR Schmidt, Hesse, Reiter
Zuschauer 6700 (ausverk.)
Gesamtwurfquote München 45 Prozent (28 Treffer/62 Versuche), Bamberg 58 (34/59)
Dreierquote München 32 Prozent (6/19), Bamberg 48 (11/23)
Freiwurfquote München 78 Prozent (21/27), Bamberg 78 (14/18)
Rebounds München 27 (17 defensiv/10 offensiv), Bamberg 33 (25/8)
Ballgewinne/-verluste München 9/11, Bamberg 6/16
Assists München 17 / Bamberg 21
Fouls München 22 / Bamberg 29