Casey Jacobsen fühlte sich am Vorabend seines 32. Geburtstags eher "wie 42 oder 52". Doch der Kapitän der Brose Baskets blickte einen Tag nach der ärgerlichen 64:77-Pleite der Bamberger in Frankfurt beim "Brose-Baskets-Talk" im vollbesetzten Wirtshaus Eckerts auch schon wieder zuversichtlich in die Zukunft. Und das auf Mittwoch (20.45 Uhr) vorverlegte deutsche Duell gegen Alba Berlin in der Euroleague kommt ihm gerade recht, um "aus dem Loch herauszukommen", in dem sich der dreimalige Double-Gewinner derzeit befindet.

"Ich mag Alba nicht", nahm er den Ball von Berlins Spielmacher Heiko Schaffartzik auf, der sich Ende 2011 ebenso über die Bamberger geäußert hatte. Und die Berliner hätten seinem Team in dieser Saison schon zweimal weh getan. Sowohl in der Bundesliga als auch im Euroleague-Hinspiel bezogen die Brose Baskets empfindliche Niederlagen beim Erzrivalen, der in den letzten drei Jahren im Titelrennen immer die Bamberger Dominanz anerkennen musste.


Kapitän setzt auf Freak City
"Ich kann mich gar nicht erinnern, für Alba gespielt zu haben", antwortete er mit einem Augenzwinkern auf die Frage eines Fans, ob die Partie gegen Berlin auf Grund seines einjährigen Gastspiels in der Hauptstadt für ihn etwas Besonderes sei. Und Jacobsen fügte kämpferisch an: "Ich glaube, es gibt keinen besseren Zeitpunkt, eine Serie zu starten, als gegen Alba. Zu Hause zu spielen ist sicher ein Vorteil, denn unsere Fans werden uns pushen."

Für den seit Dienstag 32-jährigen Amerikaner ist gegen die Berliner vor allem ein guter Start wichtig, nachdem die Albatrosse die Bamberger in den ersten beiden Vergleichen in dieser Saison mit einer überaus aggressiven Verteidigung nicht zur Entfaltung haben kommen lassen.

Jacobsen hatte auch eine Antwort auf die Frage, warum es derzeit beim dreimaligen Double-Gewinner nicht läuft: "Uns ist das Selbstvertrauen abhanden gekommen. Aber die gute Nachricht ist, dass die Saison noch nicht vorbei ist. Wir werden aus diesen Niederlagen lernen, denn das sind alles gute Jungs, die hart arbeiten und gewinnen wollen. Wir müssen jetzt nach vorne schauen. Ich bin mir sicher, dass sich schnell eine Besserung einstellt."

Der Kapitän sieht auch kein Motivationsproblem bei den Auftritten in der Bundesliga, nachdem die Mannschaft teils glänzende Partien in der Königsklasse gezeigt und zuletzt dreimal auf nationaler Ebene schwache Leistungen abgeliefert hat. "Das Spiel in Istanbul war das beste seit Matt Walsh und Jeremiah Massey im Team sind. Wir haben so viel investiert und dann doch verloren. Das soll keine Entschuldigung sein - aber wir waren am Freitag auf der Heimreise, sind tags darauf nach Frankfurt gefahren und trafen auf einen Gegner, der sich die ganze Woche auf die Partie vorbereiten konnte. Es ist einfach schwer, zwei so emotionale Spiele hintereinander abzurufen."

Am Mittwoch treffen die Bamberger auf einen Kontrahenten, der mit den gleichen Problemen kämpft. Auch die Berliner haben nach den Euroleague-Pleiten drei ihrer letzten vier Spiele in der Bundesliga verloren. Und für das Team von Trainer Sascha Obradovic steht am Wochenende das Top 4 in eigener Halle auf dem Programm. Gehen die Bamberger komplett mit der Einstellung in die Partie, die Anton Gavel und Jacobsen immer abliefern, sollte der erste Top-16-Euroleague-Sieg drin sein.

Wir verlosen 5x2 Logenplätze mit Catering für das Spiel am 31. März gegen die Gießen 46ers. Spielen Sie mit auf www.infranken.de/brosebasketstipp!