Die Rechnung ist ganz einfach: Gewinnen die Brose Baskets am Mittwoch (19 Uhr) auch das Rückspiel gegen Union Olimpija Ljubljana, ziehen sie als Gruppenzweiter ins Achtelfinale des Eurocups ein. Verlieren die Bamberger (bisher 2 Siege und 2 Niederlagen) gegen die Slowenen (1:3), sind sie auf Schützenhilfe angewiesen, wenn sie die K.o.-Runde erreichen wollen. Ganz schwierig wird es für das Team von Andrea Trinchieri, wenn Ljubljana die Partie in Bamberg mit mehr als sechs Punkten Differenz für sich entscheiden würde, denn dann spräche auch der direkte Vergleich für Union Olimpija, das in eigener Halle vor drei Wochen mit 65:71 den Kürzeren zog.

Hätten die Brose Baskets, die bereits mit 60:35 in Front lagen, in einem desaströsen letzten Viertel den klaren Vorsprung nicht verspielt, könnten sie jetzt wesentlich entspannter in das Heimspiel gehen. Im Gegensatz zur Bundesliga, wo die Bamberger in der Frankenhölle noch unbesiegt sind, stehen im Eurocup zuletzt drei Heimpleiten gegen Straßburg, Bayern München und Dijon in Folge zu Buche.

"Das sind alles nur Menschen"

Und das macht auch Ljubljanas Coach Ales Pipan Hoffnung: "Wir müssen an den Erfolg glauben, denn wir besitzen eine Chance, sie in eigener Halle zu überraschen. Bamberg ist keine Mannschaft von einem anderen Planeten, das sind alles nur Menschen."

Und Menschen sind bekanntlich nicht fehlerlos - diese Erfahrung machten die Bamberger am Sonntag beim hart erkämpften 89:82-Heimsieg in der Bundesliga gegen Oldenburg einmal mehr. Mit einer teilweise laschen Einstellung in der Verteidigung und mangelnder Konzentration an der Freiwurflinie - hier wurden zwölf Chancen vergeben - machte sich der Tabellenzweite selbst das Leben schwer.

"Nicht mit dem Feuer spielen"

"Wenn du mit dem Feuer spielst, kann es schnell sein, dass du dich verbrennst", stellte Trinchieri in seiner Analyse fest. Der Trainer weiß ganz genau, dass seine Jungs im Gefühl des sicheren Sieges oftmals die Konzentration verlieren und den Kontrahenten dadurch aufbauen. 57 Punkte von Dijon in der zweiten Halbzeit in Bamberg oder ein mit 13:30 verlorenes Schlussviertel in Ljubljana belegen dies.

Trinchieri findet aber auch nach beinahe perfekten Vorstellungen wie in Frankfurt (85:69-Sieg) oder in Dijon (86:56) noch ein Haar in der Suppe. "Der Trainer ist einfach nie zufrieden, egal, wie wir spielen. Das hört sich zwar verrückt an, ist aber auch sehr hilfreich für uns. So bleiben wir hungrig, kämpfen und arbeiten weiter hart an uns. Ich glaube, nur so kann man besser werden", erklärt Elias Harris.

Lob vom Trainer für Elias Harris

Der frischgebackene Vater einer Tochter stand nach guten Leistungen in den letzten Wochen gegen Oldenburg wieder in der Startformation und rechtfertigte das Vertrauen seines Trainers. "Er hat gut gespielt", betonte Trinchieri. Gegen die beweglichen Zwei-Meter-Männer der Slowenen ist der 2,03 Meter große Nationalspieler Harris eine gute Waffe, um Topwerfer Halil Kanacevic und seine Mitstreiter zu stoppen und den Sieg "im wichtigsten Spiel der bisherigen Saison" (Janis Strelnieks) einzufahren.

"Wir müssen dem Spiel unseren Stempel aufdrücken, mit großer Energie und in unserem Tempo spielen. Wenn wir uns darauf einlassen, mit Ljubljana Schach zu spielen, werden sie Vorteile haben", warnt Trinchieri.