Am 22. November 2014 kassierten die Brose Baskets in Oldenburg eine 73:78-Niederlage - das war das letzte Negativerlebnis in der Basketball-Bundesliga für die Bamberger. Mit neun Siegen in Folge ist die Trichieri-Truppe die erfolgreichste Mannschaft der letzten Wochen auf nationaler Ebene.

Genau in die andere Richtung lief es dagegen für die EWE Baskets, die am Sonntag (17 Uhr/ab 17.30 Uhr live bei Sport1) in der Brose Arena zu Gast sind: Mit nur vier Siegen und fünf Niederlagen ist die Mannschaft von Trainer Sebastian Machowski auf den fünften Platz abgerutscht. Spätestens nach der 69:88-Niederlage gegen Aufsteiger BG Göttingen am vergangenen Sonntag ist beim Meister von 2009 endgültig Feuer unterm Dach. Die Fans pfiffen ihr Team aus und Geschäftsführer Hermann Schüller war bedient. "Die Mannschaft ist in einem desolaten Zustand", stellte der Haupt-Verantwortliche fest.

Die Bamberger dagegen zeigten nach den bitteren Eurocup-Heimniederlagen gegen Bayern München und JDA Dijon mit starken Leistungen in Frankfurt (85:69-Sieg) und beim Rückspiel in Dijon (86:56-Erfolg), über welche Qualitäten sie verfügen. Trainer Andrea Trinchieri sieht sein Team dennoch aktuell "in einer schweren Phase, denn jedes Spiel ist für uns wichtig, in jedem Spiel kämpfen wir um etwas Großes. Und in dieser Partie auch. Wir müssen weiter hart arbeiten."

Am Sonntag ist auf jeden Fall volle Konzentration erforderlich, denn die Ex-Bamberger Philipp Neumann, Maurice Stuckey und Julius Jenkins werden an alter Wirkungsstätte sicher nichts unversucht lassen, wieder für eine Überraschung zu sorgen. Am 25. April letzten Jahres verließen sie die Bamberger Arena mit einem 82:75-Erfolg.

Philipp Neumann: Wir müssen uns vor Niemandem verstecken

Philipp Neumann startete in Bamberg seine Profi-Karriere und feierte mit den Brose Baskets drei Meisterschaften in Folge. Seit 14 Monaten geht er nun für die EWE Baskets Oldenburg auf Korbjagd. Vor dem Gastspiel in Bamberg am Sonntag stellte sich der 22-Jährige Center unseren Fragen.

Zur Zeit prasselt viel Kritik auf das Oldenburger Team ein.
Philipp Neumann: Wir sind in den letzten Spielen nicht unserer eigentlichen Leistungsfähigkeit gerecht geworden, haben einige Fehler gemacht. Aber trotzdem halten wir als Team zusammen und werden versuchen, in Bamberg unserer Bestes zu geben, um eventuell den Erfolg aus dem Hinspiel zu wiederholen.

Ist die Partie in Bamberg eine besondere für Sie?
Sicherlich. Ich kenne wohl immer noch die meisten Fans in Bamberg vom Gesicht her. Die Verbindung zur Stadt ist da. Leider halt nicht mehr zum Team, denn es ist ja nicht mehr viel übrig geblieben aus den letzten Jahren. Das ist aber sicherlich kein Spiel wie jedes andere für mich. Mit Karsten Tadda schreibe ich das eine oder andere Mal über WhatsApp, ab und zu telefonieren wir auch. Wenn ich in Bamberg bin oder Karsten in Oldenburg gespielt hat, hat man sich auch mal kurz getroffen.

Wie schätzen Sie das Leistungsvermögen der Brose Baskets ein?
Bamberg hat unter anderem gegen Berlin und München gezeigt, was es kann und gehört definitiv wieder in die ganz obere Region der Liga. Es wird für uns ein ganz schweres Spiel. Ich kenne die Fans, ich kenne die Halle, es ist nicht einfach, in Bamberg zu gewinnen. Auch wenn wir in den letzten Spielen nicht überzeugen konnten, müssen wir uns aber vor Niemandem in der Liga verstecken. Eine Siegchance ist definitiv vorhanden.

Wie sind Sie mit ihrer Rolle in Oldenburg zufrieden? Sie spielen knapp 14 Minuten pro Partie.
Mehr Spielzeit kann man immer haben. Sicherlich überzeuge ich derzeit auch nicht so, dass man sagen könnte, ich muss Starting Five oder ähnliches spielen. Wie man in den letzten beiden Partien gesehen hat, läuft's bei uns generell nicht rund. Es werden aber auch wieder andere Zeiten kommen. Bis dahin heißt es, hart an sich zu arbeiten und positiv zu bleiben.