Auf dem Weg in die Kabine blickte Jasmin Repesa noch einmal nach oben auf die Anzeigetafel. 85:82 las der Trainer von Unicaja Malaga dort und atmete tief durch. Sein Team hatte soeben gerade noch den Kopf aus der Schlinge gezogen, die Brose Baskets zum Auftakt der Top-16-Runde der Basketball-Euroleague eine faustdicke Überraschung dagegen nur hauchdünn verpasst. "Es war ein schweres Spiel, genau wie wir erwartet hatten", zollte Repesa dem unglücklichen Verlierer seinen Respekt.

Doch für den deutschen Meister war das nur ein schwacher Trost. Mit einem 15:0-Lauf gleich zu Spielbeginn waren die Bamberger fulminant in die zweite Gruppenphase der "Königsklasse", die sie erst zum zweiten Mal nach 2006 erreicht hatten, gestartet. Am Ende ließen sie den möglichen Sieg aber aus den Händen gleiten und trauerten der verpassten Chance hinterher. "In der Schlussphase musst du dir die entscheidenden Bälle sichern. Das haben wir nicht getan und daher verdient verloren", resümierte Bostjan Nachbar. Der Bamberger Topscorer hatte am Donnerstagabend nicht seinen besten Tag erwischt.Nur einer seiner zehn Würfe aus dem Feld fand sein Ziel.

Ford und Gavel setzen Akzente

Doch daran lag es nicht, dass der dreifache Doublegewinner eine Partie, in der er lange Zeit in Führung lag, noch verlor. Zehn Rebounds, davon acht unter dem Bamberger Korb, hatten die Andalusier alleine im letzten Viertel mehr zu Buche stehen als der Gegner. Mit dieser Überlegenheit unter den Brettern schafften sie es, die Partie noch zu drehen. "Definitiv wird die Reboundarbeit unser weiteres Schicksal bestimmen. Daran haben wir zu arbeiten", meinte Brose-Trainer Chris Fleming, der aber auch feststellte: "Über weite Strecken haben wir exzellenten Basketball geboten." In der Offensive setzten Sharrod Ford (16 Punkte/4 Dreier) und Anton Gavel (15/2/8 Assists) Akzente, Aufbauspieler John Goldsberry (9) zeigte weiter ansteigende Form, und der lange verletzte Center AJ Ogilvy deutete sein Potenzial an.

Vor dem ersten Heimspiel der Top-16-Runde gegen Real Madrid am nächsten Donnerstag müssen die Brose Baskets am Sonntag (17 Uhr) noch einmal in der Bundesliga bei den Phantoms Braunschweig Farbe bekennen. Selbst bei einem Ausrutscher gegen den Tabellenzwölften, der am Donnerstag beim 75:85 in Quakenbrück bereits seine neunte Saisonniederlage hinnehmen musste, wird der deutsche Meister als Spitzenreiter ins neue Jahr starten. "Wir müssen die Euroleague aus dem Kopf kriegen und uns auf unsere Ziele in der Bundesliga besinnen", forderte Fleming am Freitag volle Konzentration auf das letzte Spiel des Jahres.