Die Brose Baskets kommen nicht in Tritt - katastrophale Offensivleistungen im zweiten Viertel (7:21) und in der Verlängerung (0:11) bescherten der neu formierten Bamberger Mannschaft in Braunschweig gestern die erste Saisonniederlage. Richtig rund lief es im Angriff bei der 66:77-Niederlage nach Verlängerung nur nach der Pause - das dritte Viertel entschied das Trinchieri-Team mit 27:13 für sich.

Brad Wanamaker war gestern nicht in der Lage, dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken. In der Verlängerung leistete er sich zudem zwei haarsträubende Fehlpässe, die das Schicksal der Gäste endgültig besiegelten. Aber auch seine Mitstreiter hatten alles andere als einen guten Tag erwischt. Der Offensive fehlten die Überraschungsmomente, der Spielaufbau wirkte behäbig - und in der Verteidigung sahen die Bamberger gegen das schnelle Spiel der Braunschweiger schlecht aus. Von der Dreierlinie schossen Janis Strelnieks und Mindaugas Katelynas (jeweils 0 von 5) die Lichter aus, nachdem sie am Freitag noch die Erfolgsgaranten gewesen waren.
"Wir haben gekämpft, die Verlängerung erzwungen, aber dann hat vorn und hinten nichts mehr gepasst", analysierte Elias Harris, der nach auskurierter Verletzung nur gut fünf Minuten auf dem Feld stand. Komplett verzichten mussten die Brose Baskets auf Carlon Brown. "Er wurde geschont", lautete die Auskunft der Brose Baskets.

"Wir waren in der Verlängerung einfach nicht konzentriert genug. Braunschweig hat den größeren Willen gehabt. In der Offensive lief es einfach nicht mehr, dann haben wir auch aufgehört zu verteidigen. Das darf uns einfach nicht passieren", resümierte ein enttäuschter Daniel Theis, der mit seinem Dunking den Bambergern die Verlängerung beschert hatte.

Trinchieri: Probleme sind lösbar, wenn die Einstellung stimmt

"Ich kann jetzt viel über Dummheit reden, aber das bringt uns nicht weiter. Wir haben viele Probleme, die lösbar sind. Dafür braucht man aber die richtige Einstellung, Leidenschaft und Stärke. Wir haben dies im dritten Viertel gezeigt und so auch die Führung übernommen. Aber insgesamt sind wir naiv und unreif. Wir haben gute Möglichkeiten wie Dunkings ausgelassen und sollten in entscheidenden Momenten besser spielen", so Coach Trinchieri. Gegen das Offensiv-Feuerwerk der Hagener jedenfalls müssen sich seine Jungs am Mittwoch (18.30 Uhr) anders präsentieren, sonst gibt's die nächste Enttäuschung.

Die Statistik

Löwen Braunschweig - Brose Baskets n.V. 77:66
(18:20, 21:7, 13:27, 14:12, 11:0)
Braunschweig Visser (25 Punkte), Lockett (17/2 Dreier), Abromaitis (12/1), Allen (8), Joyce (5/1), McElroy (5), Gertz (3/1), Simon (2), Johnson, Pluskota
Bamberg Thompson (17/1), Wanamaker (15/3), Theis (9), Strelnieks (8), Tadda (6/2), Katelynas (6), Mbakwe (4), Bagaric (1), Schmidt, Harris
SR Schreiner, Rucht, Straube
Zuschauer 2603 
Gesamtwurfquote Braunschweig 39 Prozent (26 Treffer/67 Versuche), Bamberg 36 (25/70)
Dreierquote Braunschweig 33 Prozent (5/15), Bamberg 24 (6/25)
Freiwurfquote Braunschweig 80 Prozent (20/25), Bamberg 71 (10/14)
Rebounds Braunschweig 41 (32 defensiv/9 offensiv), Bamberg 48 (34/14)
Ballgewinne/-verluste Braunschweig 12/9, Bamberg 2/16
Assists Braunschweig 18 / Bamberg 9
Fouls Braunschw. 19 / Bamberg 19