Erstmals haben die Brose Baskets das Spiel um den Champions Cup der Basketball-Bundesliga verloren. Nach zuletzt drei Triumphen in Folge in eigener Halle unterlag der deutsche Meister am Samstagabend bei Alba Berlin. Der Pokalsieger setzte sich vor 9154 Zuschauern in der heimischen O2-World nach einer spannenden Partie knapp mit 79:78 (38:37) durch und holte sich nach 2008 zum zweiten Mal die traditionell vor Beginn der neuen Bundesliga-Saison ausgespielte Trophäe.

Nach ausgeglichenem Beginn (9:9, 4. Minute) konnten sich die Berliner etwas absetzen, weil sich die Bamberger sechs Ballverluste im Spielaufbau leisteten und ihren Gegner in der Verteidigung vor allem unter dem Korb nicht stoppen konnten. Die 24:17-Führung der Albatrosse kurz vor Ende des ersten Viertels verkürzte dann aber Karsten Tadda mit einem Dreier.

Auch zu Beginn des zweiten Durchgangs sorgte der Nationalspieler mit vier Punkten dafür, dass sich die Gastgeber nicht absetzen konnten. Alba verlor etwas den Rhythmus, so dass sich Trainer Sasa Obradovic nach Rakim Sanders zweitem Dreier, mit dem sich die Brose Baskets die Führung eroberten (27:26), zu einer Auszeit gezwungen sah. Das mit elf Neuzugängen völlig neu aufgestellte Berliner Team schlug aber zurück und traf vor allem aus der Halbdistanz sicher. Die Partie blieb aber ausgeglichen, zur Pause lagen die Bamberger lediglich mit einem Punkt hinten (37:38).

Zu Beginn des dritten Abschnitts war bei beiden Teams Sand im Getriebe. Es wurde offenkundig, dass sich sowohl die Bamberger als auch die Berliner noch mitten im Findungsprozess befinden. Knapp drei Minuten blieben die Brose Baskets ohne Korberfolg, aber Alba stellte sich nicht viel besser an. Dann brach Philipp Neumann den Bann, und nach Anton Gavels Dreier lagen die Gäste wieder vorne (46:44, 26.). In die letzte Minute des dritten Viertels gingen die Bamberger mit einer 55:50-Führung, aber Akeem Vargas und David Logan wendeten mit ihren Dreiern noch das Blatt zugunsten Albas.

Zu Beginn des Schlussabschnitts setzten Sanders bzw. Vargas für ihr jeweiliges Team die Akzente. Die Partie blieb bis zur Schluss-Sirene ein offener Schlagabtausch. Dank fünf Punkten in Folge von Sharrod Ford führten die Bamberger mit 78:77, doch David Logan brachte die Berliner fünf Sekunden vor Spielende mit einem Korbleger mit 79:78 in Front. Der Distanzwurf von Ford tanzte mit der Schluss-Sirene auf dem Ring, fiel aber nicht in den Korb. So traten die Albatrosse die Nachfolge der Brose Baskets als Champions-Cup-Sieger an.

Während bei den Berlinern Aufbauspieler Logan zeigte, dass er die ihm zugedachte Führungsrolle durchaus übernehmen kann, überzeugte bei den Bambergern Neuzugang Rakim Sanders, der mit 19 Punkten bester Werfer seines Teams war. Auch der neue Aufbauspieler Zack Wright übernahm in wichtigen Momenten Verantwortung. Dagegen blieb der dritte Neue, Jamar Smith, weit unter seinen Möglichkeiten.

Beim Meister noch nicht zum Einsatz kam Damir Markota. Der für den verletzten Novica Velickovic nachverpflichtete Kroate soll am Sonntag in Bamberg die medizinischen Tests absolvieren und Anfang der Woche ins Training einsteigen. Das erste Saisonspiel bestreiten die Bamberger am Mittwoch (19.30 Uhr) in der Stechert-Arena gegen den Mitteldeutschen BC.

Alba Berlin: Logan (16 Punkte), Radosevic (16), Stojanovski (11), Wohlfarth-Bottermann (11), Vargas (8), Redding (7), King (5), Hammonds (5), Kendall, Timor, Jagla

Brose Baskets: Sanders (19), Ford (11), Tadda (10), Jacobsen (9), Zirbes (8), Wright (8), Gavel (7), Neumann (6), Smith, Goldsberry