Gebetsmühlenartig hat Chris Fleming immer wieder betont: "Wir müssen unseren besten Basketball im Mai und im Juni spielen. Im Dezember oder im Januar werden keine Meisterschaften entschieden." Und auch nicht im März, als die gebeutelten Brose Baskets eine Niederlage nach der anderen kassierten. Von Wachablösung war bereits die Rede, als die Bamberger nach dem Scheitern in der Pokal-Qualifikation gegen die Bayern den ersten Titel abschreiben mussten.

Allen Unkenrufen zum Trotz wehrten die Brose Baskets aber zum Ende der Hauptrunde und in den Play-offs alle Angriffe der Hagener, der Bayern und im Finale auch der Oldenburger ab und sicherten sich den vierten Titel in Folge.

Für Fleming war es nach seiner ersten Saison in Bamberg sicherlich die schwerste Serie in seiner fünften Spielzeit in Freak City. Nach dem dreimaligen Double-Gewinn kehrten nämlich mit P.J. Tucker, Brian Roberts, Marcus Slaughter, Peja Suput, Tibor Pleiß und Julius Jenkins wichtige Korsettstangen Bamberg den Rücken. Die Neuzugänge konnten die Lücken, die die Stars hinterließen, nur teilweise schließen. Dank der verbliebenen Führungsspielern Anton Gavel, der die beste Saison seiner Karriere spielte, Casey Jacobsen und John Golds-berry, der sich nach seiner erneuten Knieverletzung mit unbändigem Willen zurückkämpfte, gelang es aber in den entscheidenden Partien, die Oberhand zu behalten.

Mit der Qualifikation für die Top-16-Runde der Euroleague wurde ein hochgestecktes Ziel erreicht. Trotz der frustrienden Niederlagen in der Königsklasse bewies die Fleming-Truppe Moral und hielt die Konkurrenz in der Bundesliga immer auf Distanz. Der Charakter dieser Mannschaft trat dann auch in den Play-offs zu Tage - Sharrod Ford, Boki Nachbar, Karsten Tadda, Philipp Neumann und A.J. Ogilvy waren hellwach, wenn sie gebraucht wurden. Zusammen mit den Veteranen zeigte sie mit der Rückendeckung des Trainers in den Play-offs ihre besten Leistungen und krönten eine Saison, die viele schon als verkorkst abgetan hatten.