Mit langen Gesichtern verabschiedeten sich die Bamberger Protagonisten am Donnerstag auf der obligatorischen Hallenrunde von ihren Fans. Obwohl sie nach 30 Minuten beim Stand von 57:59 noch an der großen Überraschung gegen das Star-Ensemble von Real Madrid schnuppern durften, stand am Ende eine 67:82-Packung gegen die derzeit wohl beste Vereinsmannschaft in Europa zu Buche. "Wenn man gegen so ein Team kein perfektes Spiel abliefert, kann man nicht gewinnen", stellte Anton Gavel, der mit 17 Punkten neben Boki Nachbar (19) einmal mehr einer der besten Bamberger war, nüchtern fest.

Und es war bei weitem kein perfektes Spiel des dreimaligen Double-Gewinners: Immer wenn es so aussah, als würden die Gastgeber das Blatt wenden können, leistete man sich Ballverluste (17 - Real nur 10) oder gestattete den Königlichen Offensiv-Rebounds (16) und somit zweite und dritte Wurfchancen.

"Zu Beginn des letzten Viertels hatten wir einige Ballverluste, durch die Madrid zu einfachen Punkten gekommen ist. Das war letztlich der Grund für unsere Niederlage", zog A.J. Ogilvy Bilanz. Der lange verletzt ausgefallene Center verbuchte zwar 15 Punkte (bei nur einem Fehlwurf), blieb aber im Rebound (1) blass. Deutlich besser präsentierten sich diesbezüglich Sharrod Ford (7), Philipp Neumann und Casey Jacobsen (je 4). Und Neuzugang Jeremiah Massey, der die Rebound-Probleme beheben soll, ist auf Grund der verpassten Wechselfrist erst in der Rückrunde des Top 16 einsatzberechtigt.

Nachdem er erst zweimal mit der Mannschaft trainiert hat, wird der Power Forward wohl auch heute (19.30 Uhr/Ausschnitte am Sonntag zwischen 21.15 und 21.45 Uhr im Bayerischen Fernsehen) das Oberfrankenderby gegen Bayreuth nur von der Bank verfolgen - ebenso wie A.J. Ogilvy. "Der beste Rebounder wird auf dem Feld stehen. Und das ist nun einmal derzeit Sharrod Ford. Ich kann nicht jammern, dass wir keine Rebounds holen und ihn dann außen vorlassen", betonte Chris Fleming. Oder der Trainer "opfert" Spielmacher Teddy Gipson, der sein Selbstvertrauen komplett verloren hat und zuletzt sehr wenig Spielzeit erhielt. Talent Daniel Schmidt dagegen durfte gegen Real zwölf Minuten auf der Playmaker-Position ran und rechtfertigte das Vertrauen seines Coaches.


BBC beendet Krise gegen Alba

Großen Respekt hat Fleming vor den Bayreuthern, die letzte Woche in eigener Halle Alba Berlin mit 90:65 demütigten. "Bayreuth hat in diesem Spiel große Qualität gezeigt. Unsere Situation ist ähnlich wie die der Berliner. Sie sind auch direkt von der Euroleague gekommen, und Bayreuth hat einfach härter gespielt und war in allen Belangen überlegen. Es geht jetzt darum, die Kräfte zu bündeln und uns auf dieses Derby zu fokussieren. Bisher ist uns das sehr gut gelungen", betonte Fleming nach den bisher souveränen Auftritten in der Bundesliga.
Die Bayreuther feierten mit dem Erfolg gegen Berlin nach zuvor sechs Niederlagen in Folge ein grandioses Comeback und werden sicher nichts unversucht lassen, auch den großen Nachbarn zu ärgern. Am Montag (19.30 Uhr) kommen dann die Würzburger zum Vorrundenabschluss nach Bamberg. Die Unterfranken sind aber heute noch beim Mitteldeutschen BC gefordert, die 75:79-Heimpleite gegen die Neckar Riesen Ludwigsburg zu korrigieren.


Basketball im Überblick


Brose Baskets - BBC Bayreuth
(Samstag, 19.30 Uhr, Stechert-Arena)

Bamberg Ford, Gavel, Gipson, Goldsberry, Jacobsen, Massey (?), Nachbar, Neumann, Ogilvy (?), Schmidt, Tadda, Zirbes

class="artFett">Bayreuth Bailey, Cain, Eichelsdörfer, Hamilton, McGhee, Siksnius, Simon, Schmidt, Schmitz, Spöler, Trapani, Zeis

Ferner spielen München - Ulm, Weißenfels - Würzburg, Ludwigsburg - Tübingen, Gießen - Frankfurt, Quakenbrück - Hagen (alle Samstag), Bonn - Trier, Berlin - Braunschweig (beide Sonntag); Bamberg - Würzburg (Montag)