Mit dem Derbysieg über Medi Bayreuth haben die Brose Baskets bereits eine positive Reaktion gezeigt. Gut eine Woche nach der Schmach von Madrid (58:98) wollen sie nun auch in der Euroleague Wiedergutmachung betreiben. "Das Spiel gegen Anadolu Efes ist sehr wichtig für uns, gerade nach der schlechten Leistung in Madrid", sagt Trainer Chris Fleming vor dem Heimspiel gegen das türkische Spitzenteam aus Istanbul heute Abend (20 Uhr/kostenpflichtiger Livestream bei sport1.de).

Der Bamberger Coach hofft, dass seine Spieler heute so beginnen, wie sie am Sonntag aufgehört haben. Mit 37:14 fegte der Meister den Nachbarrivalen im letzten Viertel vom Parkett und zeigte dabei sowohl defensiv als auch offensiv die bislang beste Saisonleistung. "Diese Energie brauchen wir, um in der Euroleague Spiele zu gewinnen", fordert Fleming.

Der Gast vom Bosporus ist aber aus anderem Holz geschnitzt als das Bayreuther Team. In der vergangenen Saison räumte Anadolu Efes auf dem Weg ins Euroleague-Viertelfinale auch die Brose Baskets aus dem Weg. Das Heimspiel in der Top-16-Runde verlor der deutsche Meister klar mit 76:94, in Istanbul musste er sich dagegen erst nach Verlängerung mit 86:89 geschlagen geben.

Zwar verließen mit Aufbauspieler Jordan Farmar (Los Angeles Lakers) und Sasha Vujacic, der ebenfalls zurück in die NBA wollte, zwei Leistungsträger den Verein. Aber die Neuzugänge Scotty Hopson (Hapoel Eilat) und Kostas Vasileiadis (Bilbao Basket) zählten bei den Auftaktsiegen der Türken in der Euroleague (87:67 gegen Armani Mailand und 76:66 bei Straßburg IG) zu den auffälligsten Akteuren. Mit dem erfahrenen Zoran Planinic (Khimki Moskau) hat Anadolu Efes zudem einen der besten Aufbauspieler des Kontinents an Land ziehen können. Verzichten muss Trainer Oktay Mahmuti heute auf Power Forward Kerem Gonlum, der sich die Hand gebrochen hat. "Ihre erste Fünf ist sehr namhaft. Die Mannschaft hat große Qualität, aber nicht in der Tiefe. Sie ist in unserer Reichweite", glaubt Fleming.

Einsatz von Wright noch offen

Nachdem die Brose Baskets im letzten Viertels des Oberfrankenderbys reichlich Selbstvertrauen getankt haben (Fleming: "Wenn man gut verteidigt, wiegt der Ball in der Offensive viel weniger, wenn man wirft"), wollen sie nun im zweiten Heimspiel der Euroleague den zweiten Sieg landen. Fraglich ist aber noch, ob den Bambergern Zack Wright zur Verfügung steht. Der Aufbauspieler wurde wegen einer Patellasehnenreizung gegen Bayreuth geschont. Über seinen Einsatz heute wird kurzfristig entschieden. Sorgen, dass der US-Amerikaner länger ausfallen wird, hat Fleming aber nicht: "Das wird ihn die gesamte Saison über begleiten. Es geht für uns darum, das zu managen."