"Glückwunsch an mein Team zur Leistung in den zurückliegenden vier Monaten. Wir haben schwierige Zeiten durchgemacht, uns nach dem Spiel in Oldenburg zusammengerauft und am letzten Wochenende vorzeitig den Klassenerhalt geschafft. Würzburg hat heute 100 Prozent gezeigt, wir nur 80 - somit geht Würzburgs Sieg mehr als in Ordnung. Das Spiel heute war meiner Mannschaft angesichts des erreichten Klassenerhalts schwer zu verkaufen", zog Bayreuths Cheftrainer Mike Koch nach dem verlorenen, für die Wagnerstädter aber sportlich bedeutungslosen Saisonfinale eine Bilanz seiner zum Jahresbeginn begonnenen, erfolgreichen Rettungsmission.

Freude wollte nach der Schlusssirene beim Sieger Würzburg indes nicht aufkommen: Weil auch die mit Würzburg punktgleichen Walter Tigers Tübingen ihr Heimspiel gegen Phoenix Hagen mit 105:86 gewinnen konnten, müssen sich die Unterfranken nach dreijähriger Zugehörigkeit zur Beko BBL am Ende einer "Seuchensaison" - gekennzeichnet von finanziellen Problemen, einem daraus resultierenden Punktabzug durch die Ligaleitung und immer wiederkehrenden personellen Problemen - aufgrund des verlorenen direkten Vergleichs mit den Schwaben in Richtung ProA verabschieden.

Nur im Auftaktviertel konnten die Bayreuther die Partie ausgeglichen gestalten, im zweiten Abschnitt konnten sich die verbissen kämpfenden Unterfranken dann zweistellig bis zur Pause auf 44:31 absetzen.

Sichtlich aufgeweckt kamen die Koch-Schützlinge aus der Kabine und konnten nach Treffern von Seeley (5), Weems und Qvale bis auf 47:40 verkürzen (25.), dann hielt jedoch wieder der Schlendrian Einzug. Beispielhaft in dieser Hinsicht war ein Dunking, den Seeley unbedrängt an den Ring setzte, oder kurz darauf ein unsportliches Foul von Kyle Weems beim Ausblocken. Als sich dann auch noch Mike Koch nach einem umstrittenen Foul gegen DJ Seeley lautstark echauffierte und dafür ein technisches Foul kassierte, konnten sich die Würzburger nicht zuletzt dank des gut aufgelegten Ruben Spoden einen komfortablen und letztendlich entscheidenden 63:47-Vorsprung (30.) vor dem Schlussabschnitt sichern.

Mit Chambers, Zeis, Spöler und Heyden bekamen die Bankspieler gemeinsam mit Seeley in den Schlussminuten von Headcoach Koch noch einmal reichlich Spielzeit und machten ihren Job keineswegs schlechter als die "erste Garde". Insbesondere den beiden Dreiern von Eigengewächs Tyree Chambers hatten es die Bayreuther am Ende zu verdanken, dass die Niederlage mit 71:62 im einstelligen Bereich blieb.