Den Telekom Baskets Bonn ist es nicht gelungen, den Brose Baskets die zweite Heimniederlage in der Bundesliga im Jahr 2012 beizubringen. Nachdem die Rheinländer im Mai im ersten Viertelfinal-Spiel der vergangenen Saison die Festung Frankenhölle gestürmt hatten, traten sie am Samstagabend als Verlierer die Heimfahrt an. Mit 92:78 (42:44) gewannen die Bamberger ihr letztes Heimspiel des Jahres. Beste Werfer beim deutschen Meister und Pokalsieger waren Bostjan Nachbar (25), Anton Gavel (21), John Goldsberry und Sharrod Ford (beide 16). Für die Telekom Baskets trafen Benas Veikalas (16), David McCray (15) und Robert Vaden zweistellig. Zeit zum Erholen bleibt den Bambergern über die Feiertage allerdings kaum. Schon am kommenden Donnerstag (20.45 Uhr) sind sie im ersten Spiel der Top-16-Runde beim spanischen Vertreter Unicaja Malaga gefordert.

Nachbar nicht in der ersten Fünf

Die zuletzt kriselnden Bonner traten überraschend ohne Power Forward Patrick Ewing jr. an. Die Rheinländer haben den Vertrag mit dem Sohn der NBA-Legende mit der Begründung aufgelöst, dass das Team einen anderen Spielertyp auf dieser Position benötige. Auch die Bamberger warteten mit einer Überraschung auf. Erstmals in dieser Saison stand Bostjan Nachbar nicht in der Startformation. Seinen Platz nahm Sharrod Ford ein, der das Vertrauen des Trainers gleich im ersten Viertel mit fünf Punkten und einem Block gegen den Ex-Bamberger Chris Ensminger rechtfertigte. Ebenfalls offensiv stark waren im ersten Durchgang Anton Gavel und John Goldsberry, der zwei Dreier verwandelte. Da die Bonner von der 6,75-Meter-Linie weit weniger erfolgreich waren, gingen die Gastgeber mit einer 24:18-Führung ins zweite Viertel.

Acht Ballverluste im zweiten Viertel

Im zweiten Spielabschnitt stoppten die Telekom Baskets den Angriffsschwung des Meisters mit einer Zonenpresse wirkungsvoll. Sie kamen zu einigen Ballgewinnen, die sie zu Fast-Break-Punkten nutzten. Insgesamt leisteten sich die Bamberger im zweiten Viertel acht Ballverluste. Während Gavel den Bonner Impulsgeber Jared Jordan an die Kette legte, bekamen die Brose Baskets David McCray nicht in den Griff. Mit seinem zweiten Dreier brachte der US-Amerikaner in der 17. Minute in Front (34:35), und mit einer knappen Führung (44:42) gingen die Gäste auch in die Pause.
Schon vier Minuten nach Wiederbeginn nahm Brose-Trainer Chris Fleming eine Auszeit, weil sein Team weiterhin nachlässig verteidigte. Anschließend folgte für einige Minuten ein munteres Dreier-Schießen, bei dem sich Goldsberry zweimal in Folge auszeichnete. Mit sieben Punkten in Folge von Bostjan Nachbar holten sich die Bamberger in der 27. Minute die Führung zurück (63:58). Casey Jacobsen machte dann mit einem weiteren Dreier den 10:0-Lauf der Hausherren perfekt. Dennoch war die Partie beim Zwischenstand von 68:62 vor dem letzten Durchgang noch lange nicht entschieden.

Ford an beiden Enden des Feldes stark

Ford hatte zu Beginn des Schlussviertels abermals mit fünf Punkten und einem Block maßgeblichen Anteil daran, dass sich die Gastgeber wieder auf zehn Punkte absetzen konnten (75:65, 33. Min.). Die Bonner trafen aber weiterhin aus der Distanz und ließen sich deshalb nicht abschütteln. Erst als Anton Gavel eineinhalb Minuten vor der Schluss-Sirene seinen ersten Dreier der Partie zum 88:77 versenkte, war die Partie entschieden.

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