Tabula rasa bei den Brose Baskets: Nach dem enttäuschenden Saisonverlauf sowohl in der Bundesliga als auch in der Euroleague gibt es bei den Bamberger Basketballern drastische Personalmaßnahmen: Trainer Chris Fleming wurde am Mittwochabend mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden. Wolfgang Heyder trat als Sportlicher Leiter zurück. Heyder bleibt den Brose Baskets aber in anderer Funk tion erhalten. Er soll künftig die Jugendarbeit des Vereins verantworten.

Um 20 Uhr bestätigten die Brose Baskets mit einer Pressemitteilung das Ende der Ära Fleming. Er hatte die Bamberger von 2010 bis 2013 zu vier Meisterschaften und drei Pokalsiegen in Folge geführt, war in dieser Saison mit seinem Team aber bereits im Play-off-Viertelfinale an den Artland Dragons gescheitert: "Chris Fleming wird ab sofort von seiner Aufgabe als Cheftrainer der Brose Baskets entbunden. Gesellschafter, Aufsichtsrat und Geschäftsführung der Bamberger Basketball GmbH danken ihm für seine erfolgreiche Arbeit, die mit vier deutschen Meistertiteln und drei Pokalsiegen verbunden war." Flemings Assistenten Arne Woltmann und Stefan Weißenböck wurden dagegen von ihren Aufgaben nicht entbunden.

Laut Pressemitteilung legt Heyder sein Amt als Geschäftsführer der Bamberger Basketball-GmbH auf eigenen Wunsch nieder. In seiner Rolle als Sportdirektor werde er solange weiterhin tätig bleiben, bis ein Nachfolger gefunden sei. Auch bei der Suche nach einem neuen Cheftrainer werde er sich aktiv einbringen.

Heyder: gleiches Engagement

Heyder wird wie folgt zitiert: "Ich unterstütze mit meiner Entscheidung den sportlichen Neuanfang der Brose Baskets und bleibe dem Bamberger Basketball in meiner neuen Aufgabe mit dem gleichen Engagement wie bisher verbunden."

Heyder und Fleming waren gestern Abend für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Vereinspräsident Norbert Sieben wurde während einer Schiffskreuzfahrt vor Norwegen von der Nachricht überrascht. Da er in den vergangenen Tagen keinen Kontakt nach Bamberg hatte, wollte er sie nicht näher kommentieren. Sieben meinte aber: "Chris Fleming hat jahrelang sehr gute Arbeit geleistet. Aber der Aufsichtsrat möchte erfolgreiche Trainer. Und manchmal ist es halt leider so, dass Entscheidungen getroffen müssen, auch wenn darunter persönliche Freundschaften leiden."

Seit dem jähen Saison-Aus am 18. Mai mehrten sich die Hinweise, dass Fleming, der seit 2008 Trainer in Bamberg war, bei den Brose Baskets keine Zukunft mehr hat. Schon am Tag nach dem Viertelfinal-K.o. gegen Quakenbrück kündigte der Aufsichtsrat an, die sportliche Situation kritisch aufarbeiten zu wollen. Gestern Abend teilte dessen Vorsitzender Michael Stoschek nun mit: "Nach den zahlreichen Missverständnissen in der Öffentlichkeit in den letzten Wochen begrüße ich die klaren Personalentscheidungen für einen Neuanfang. Ich werde diesen in jeder Weise unterstützen, damit Bamberg wieder an die Erfolge der Vergangenheit anknüpfen kann. Dazu brauchen wir den Zusammenhalt und die Unterstützung unserer Sponsoren, unserer Fans und nicht zuletzt der Medien, worum ich hiermit bitte."