Ziemlich genau fünf Jahre ist es her, da war der 1. FC Nürnberg schon einmal zu Gast im Lichtenfelser Karl-Fleschutz-Stadion. Der FCL war auch damals schon Fußball-Bezirksligist, hatte die Saison gerade erst auf Platz sieben abgeschlossen und freute sich auf das Duell mit dem fränkischen Bundesligisten.

Doch halt - Bundesligist war der Club nur, als das Spiel terminiert wurde. In der Saison 2007/08 stiegen die Nürnberger als amtierender Pokalsieger ab und kamen somit als Zweitligist zum 1. FC Lichtenfels. Dies tat damals der Freude der Fans aber keinen Abbruch. Schon bei der Einfahrt des Spielerbusses mit dem Nürnberger Kennzeichen belagerten dutzende Autogrammjäger die Clubberer, und die setzten bereitwillig ihren Servus auf Trikots, Schals oder Stadionheftchen.

Nun ist es wieder soweit, und diesmal kommt der FCN tatsächlich als Bundesligist in die Korbstadt. Am Mittwoch (18 Uhr) steigt das Testspiel, bei dem die Nürnberger zum ersten Mal mit ihrem neuen Kader in Deutschland auflaufen. Nach einem achttägigen Trainingslager im österreichischen Längenfeld kehrten die Mittelfranken erst am Montag in die Heimat zurück.

Fan-Liebling wieder dabei

Zum Trainerstab der Clubberer zählt seit dieser Saison auch das ehemalige Torphantom Marek Mintal. Er ist zusammen mit Abwehrmann Javier Pinola und Torwart Raphael Schäfer einer der wenigen im Team des Bundesligisten, der schon beim 3:0 gegen den FC Lichtenfels 2008 mit dabei war. Heute steht Mintal als Co-Trainer an der Seitenlinie, was aber der Popularität des Slowaken keinen Abbruch tut. Zur Saisoneröffnung am Valznerweiher bekam er von allen Neuzugängen den meisten Applaus der anwesenden Fans.

Aufopferungsvoll gekämpft

2008 schoss Mintal beim 3:0-Sieg noch zwei Tore. Einen großen Unterschied zwischen den beiden Teams merkte man trotz des Endergebnisses aber nicht. Ganz im Gegenteil: Die Nürnberger entgingen nur haarscharf einer Blamage am Obermain, da die Gastgeber aufopferungsvoll kämpften und wenigstens genauso viele Chancen hatte, wie der damalige Zweitligist. Darum werden sich die Bezirksliga-Kicker um ihren neuen Trainer Alexander Grau sicher nicht gegen den scheinbar übermächtigen Gegner verstecken. Wegen des Spiels gegen den 1. FC Nürnberg hat das Team extra eine Woche eher mit der Vorbereitung begonnen, wobei diese bislang nur auf Sparflamme lief, waren doch viele Spieler erst einmal im verdienten Urlaub. Doch pünktlich zur Partie "David gegen Goliath" sind natürlich wieder alle Lichtenfelser an Bord. Für sie ist das Duell mit dem Club ein Höhepunkt ihrer Karriere. Deshalb wollen sie sich so teuer wie möglich verkaufen. Eintrittskarten sind an der Stadionkasse noch ausreichend erhältlich.

Ob der Club in Lichtenfels mit seinem jüngsten Neuzugang, Emanuel Pogatetz, in Lichtenfels antritt, war am Dienstag noch offen, weil Trainer und Spieler nach der Rückkehr aus dem Trainingslager einen freien Tag genossen. Der 30 Jahre alte Abwehrspieler und Kapitän der österreichischen Nationalmannschaft, der vom VfL Wolfsburg zum FCN wechselt, wird am Mittwochvormittag offiziell am Valznerweiher vorgestellt und danach auch am Training teilnehmen. Auf jeden Fall fehlt beim Bundesligisten der noch im Urlaub weilende japanische Nationalspieler Hiroshi Kiyotake.

Weiteres Club-Spiel im Landkreis

Am nächsten Mittwoch, 10. Juli, ist der 1. FC Nürnberg wieder im Landkreis Lichtenfels für ein Testspiel zu Gast. Im Weismainer Waldstadion steht der Bundesligist dann dem Bayernligisten von der SpVgg Oberfranken Bayreuth gegenüber.