Laut Polizeiangaben war es nach den bislang vorliegenden Erkenntnissen zu diesem Schiffsunfall gegen 03:30 Uhr im Bereich Aschaffenburg - Obernau, etwa ein Kilometer unterhalb der Schleuse Obernau gekommen. Ein mit vier Personen aus Aschaffenburg und dem Landkreis Aschaffenburg besetztes Sportboot, das offenbar schnell unterwegs war, war nach einer Biegung mit dem 110 Meter langen Gütermotorschiff zusammengestoßen. Zwei Männer und zwei Frauen stürzten dabei in den Main. Der 26-jährige Bootsführer und eine 19-jährige konnten sich ans Ufer retten. Sie wurden zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Ein weiterer Mann im Alter von 25 Jahren und eine drei Jahre jüngere Frau sind seitdem spurlos verschwunden.

Unmittelbar nach bekannt werden des Unfalls wurde eine große Suchaktion auf dem Wasser eingeleitet. Beteiligt daran sind die Feuerwehr Aschaffenburg und die Wasserwacht des Landkreises Aschaffenburg und eine Rettungshundestaffel. Auch die Wasserschutzpolizei Aschaffenburg, Beamte der Polizeiinspektion Aschaffenburg und ein Polizeihubschrauber sind im Einsatz.

Suche eingestellt - Mithilfe aus der Bevölkerung

Insgesamt sind etwa zehn Boote und etwa 15 Taucher von Feuerwehr und Wasserwacht an der Suche beteiligt. Für die Versorgung und den Transport der beiden Geretteten hatte die Rettungsleitstelle einen Notarzt und Besatzungen von Rettungsfahrzeugen entsandt. Gegen 07.45 Uhr wurde die große Suchaktion ergebnislos eingestellt. Von den beiden Vermissten, die ebenfalls von dem Sportboot heruntergeschleudert wurden, fehlt noch immer jede Spur.

Die Polizei bittet in diesem Zusammenhang alle, die in der Nähe der Unglücksstelle am Main unterwegs sind und denen zum Beispiel Wrackteile oder sonstige Gegenstände auffallen, dies sofort mitzuteilen. Hinweise hierzu nimmt die Verkehrspolizei Aschaffenburg unter der Telefonnummer 06021/857-2530 rund um die Uhr entgegen.

Sportbootfahrer war alkoholisiert

Inzwischen hat sich herausgestellt, dass bei dem Sportbootfahrer Alkohol im Spiel ist. Ein Alkotest ergab einen Wert von knapp über ein Promille. Bei dem 26-Jährigen wurde eine Blutentnahme durchgeführt. Die weiteren Ermittlungen führt die Wasserschutzpolizei Aschaffenburg.

Das beteiligte Gütermotorschiff wurde von einem ungarischen Kapitän gesteuert. Es hatte 1000 Tonnen Sojaschrot geladen und war auf dem Weg nach Österreich.

Die Unfallspuren am Bug des Gütermotorschiffs lassen den Schluss zu, dass das Sportboot mit hoher Geschwindigkeit unterwegs war. Ansonsten dauern die Ermittlungen der Wasserschutzpolizei Aschaffenburg an.

Das verunglückte Boot wurde durch die Wasserschutzpolizei Aschaffenburg in den Hafen zum Wasser- und Schifffahrtsamt geschleppt. Momentan wird das Boot mit einem Rüstwagenkran der Freiwilligen Feuerwehr Waldaschaff aus dem Wasser gehoben und auf einen Lkw der Aschaffenburger Feuerwehr verladen. Anschließend wird das sichergestellte Sportboot zur detaillierten Spurensicherung auf das Gelände der Verkehrspolizei Aschaffenburg im Leiderer Stadtweg gebracht. Die Sachbearbeitung in dem Fall haben zwischenzeitlich Beamte der Wasserschutzpolizei übernommen. pol