Simone Strobel war am 3. August 2004 zusammen mit ihrem Freund nach Australien aufgebrochen. Geplant war ein einjähriger Aufenthalt mit einem so genannten Work-Holiday-Visum. Am 26. Januar 2005 bekamen beide Besuch von zwei Bekannten aus Deutschland. Deren Rückflug war für den 17. Februar 2005 vorgesehen.

Simone Strobel und ihr Freund hatten für die Zeit ihres Australienaufenthalts einen zu einem Wohnmobil ausgebauten Van erworben. Ihren Gästen stand ein Zelt zur Verfügung. Am 11. Februar 2005 nahmen die vier Personen Quartier auf dem Tourist-Caravan-Park in Lismore, New South Wales. Den Abend verbrachte man gemeinsam in einem Pub in der Innenstadt von Lismore und kehrte dann zum Campingplatz zurück. Von dort verschwand Simone Strobel. Ihre Leiche wurde am 17. Februar 2005 auf einem Sportgelände in der Nähe des Campingplatzes aufgefunden. Fest steht, dass Fundort nicht gleich Tatort ist.

Aufgrund des Zustandes der Leiche war eine eindeutige Feststellung der Todesursache schwierig. Allerdings gibt es keinerlei Zweifel daran, dass Simone Strobel Opfer eines Gewaltverbrechens wurde.



Unmittelbar nach der Vermisstenmeldung durch den Freund hatte die Polizei in New South Wales die Ermittlungen aufgenommen. Parallel dazu hatte die Staatsanwaltschaft Würzburg in Deutschland ein Ermittlungsverfahren wegen Totschlags eingeleitet. Mit der Durchführung der entsprechenden Ermittlungen war die Kriminalpolizei Würzburg beauftragt worden.

In der Folge arbeiteten die Ermittlungsbehörden in Deutschland und in Australien sehr eng zusammen. Beamte der Kriminalpolizei Würzburg und ein Vertreter der Staatsanwaltschaft Würzburg führten die Ermittlungen auch in Australien, Japan und England. Trotz sehr intensiver und aufwändiger Recherchen und aller nur erdenklichen Bemühungen konnte der gewaltsame Tod von Simone Strobel bis heute noch nicht endgültig geklärt werden.

Von der Staatsanwaltschaft Würzburg wurde ein Ermittlungsverfahren gegen ihre Begleiter eingeleitet, da die Ermittlungen ergaben, dass von diesen Personen in wesentlichen Punkten falsche Angaben gemacht worden sind. Hinweise für die Täterschaft anderer Personen haben sich bislang nicht ergeben.

Die deutsche und die australische Polizei sowie die Staatsanwaltschaft haben die Hoffnung nicht aufgegeben, den gewaltsamen Tod von Simone Strobel auch nach der langen Zeit noch aufklären zu können. Sie schließen nicht aus, dass in der Zwischenzeit irgendjemand aus dem Umfeld der damaligen Begleiter der Getöteten etwas erfahren hat, das für die weiteren Ermittlungen von Bedeutung sein könnte.

Daher hat das Bayerische Landeskriminalamt für Hinweise, die zur Aufklärung der Straftat führen, eine Belohnung in Höhe von 10.000 Euro ausgesetzt. Diese ist sowohl in Deutschland als auch in Australien auszahlbar und könnte als finanzieller Anreiz mögliche Zeugen dazu bringen, ihr bislang noch nicht preisgegebenes Wissen jetzt doch zu offenbaren.

Die Ermittlungsbehörden erhoffen sich Antworten auf die folgende Frage:

- Hat jemand im Gespräch mit anderen Personen in den zurückliegenden Jahren irgendetwas erfahren, das bei der Aufklärung des Verbrechens von Bedeutung sein könnte?

Speziell aus Australien ist außerdem von Interesse:

- Hat jemand Erkenntnisse zum Verbleib insbesondere der weißen Hose und des roten Rocks von Simone Strobel?
- Hat jemand die Bekleidungsstücke möglicherweise auch zu einem späteren Zeitpunkt gesehen?
- Hat jemand auf dem Campingplatz oder in der Umgebung Wahrnehmungen gemacht, die im Zusammenhang mit dem Verschwinden von Simone Strobel stehen
- könnten, und diese der Polizei noch nicht mitgeteilt?
- Hat jemand in der Nacht von Simones Verschwinden (11./12.02.2005) Wahrnehmungen gemacht, die in Zusammenhang mit einer augenscheinlich betrunkenen jungen Frau stehen könnten?

Hinweise nimmt die Kripo Würzburg unter der Telefonnummer 0931/457-1732, die Polizei in Australien sowie jede andere Polizeidienststelle entgegen. Die Zuteilung der Belohnung erfolgt unter Ausschluss des Rechtswegs.