Ende August erreicht der schwarz-gelbe Hofstaat seine Maximalpopulation - Wespen werden dann oft auch an der Kaffeetafel im heimischen Garten zur maximalen Belästigung. "Wer einen großen Garten mit vielen Blumen hat, der kann einem Wespennest kaum vorbeugen", sagt Martina Tospann vom Würzburger Arbeitskreis Arten- und Naturschutz (Akan).

Nur selten gebe es aber Grund, das Nest aus dem Garten zu entfernen, so Tospann, denn Wespen greifen nur an, wenn sie sich bedroht fühlen. Oft könnten Mensch und Tier also gut nebeneinander den Garten nutzen: Wer dem Nest auf zwei bis drei Meter fern bleibe, der laufe auch nicht Gefahr, gestochen zu werden, so der Naturschutzbund (Nabu). Wer Platz im Garten hat, könne sogar in einer entfernten Ecke einen Wespenkasten aufstellen, ähnlich einem Nistkasten für Vögel, so Tospann.


Wespen mit Futter weglocken

"Um die Tiere vom gedeckten Tisch fern zu halten, kann man ihnen auch eine Alternativfütterung anbieten." Eine Schale mit Weintrauben etwa ziehe Wespen viel mehr an, als ein Marmeladenbrot. Tospann empfiehlt, die Futterstation gut zehn Meter vom Esstisch entfernt aufzubauen und regelmäßig Obst nachzufüllen. Umsiedelung mit "Staubsauger" Wespen werden vom Naturschutzgesetz besonders geschützt. Die Tiere dürfen nicht getötet und die Nester nicht beschädigt oder zerstört werden. Dennoch kann es manchmal nötig sein, ein Nest zu entfernen. "Wenn das Wespennest zum Beispiel über der Balkontür ist, werden die Tiere beim Einflug in das Nest gestört und können zustechen." Es komme auch vor, dass Wespenvölker mit bis zu 5000 Tieren ganze Rollladenkästen verbauen und durch den Seilzug auch ins Innere des Hauses gelangen. Besonders wenn Kinder oder Menschen mit Wespengift-Allergie das Haus bewohnen, empfiehlt auch der Akan eine Umsiedelung des Nestes.

Für die Umsiedelung werden die Tiere zunächst mit einer speziellen Vorrichtung aus dem Nest gesaugt. "Das kann man sich wie einen Staubsauger vorstellen", so Tospann. Die Wespen landen in einem Fangkasten und können so sicher transportiert werden. Das leere Nest wird dann vorsichtig entfernt und an einem anderen Ort wieder aufgehängt. "Wir siedeln die Völker entweder in den Stadtwald oder in das Naturschutzgebiet in Randersacker um", so Tospann. Dort werden die Tieren dann aus dem Fangkasten befreit und können ihr Nest wieder beziehen.


Mitte September ist Schluss

Die Entfernung eines Wespennestes aus einem Rollladenkasten berechnet der Akan pauschal mit 100 Euro. Die Entfernung eines Hornissennestes sei dagegen aufwendiger und teurer. "Hornissen stehen unter noch strengerem Artenschutz. Bevor wir das Nest entfernen dürfen, müssen wir also erst eine Ausnahmegenehmigung einholen", so Tospann. Ein Beitrag zum Artenschutz Mit dem Ende des Sommers verlieren die Wespen dann ab Mitte September ihre Nahrungsgrundlage und die Völker sterben langsam. "Die leeren Nester können dann ganz einfach von jedem entfernt werden", sagt Tospann. Sie empfiehlt jedoch, mit der Entsorgung bis zum Frühjahr zu warten. "Oft überwintern die Jungköniginnen in alten Nestern und verlassen sie im Frühjahr, um anderswo ein neues Volk zu gründen." Wer das leere Nest bis zum Frühjahr hängen lässt, trägt also zum Artenschutz bei.

"Ein Wespenvolk im Garten hat schließlich auch seine Vorteile für den Gärtner," so Tospann, "Wespen fressen schließlich auch Mücken."

Von Carolin Schulte