Schockierende Missbrauchs-Vorwürfe im Landkreis Würzburg: Im März 2018 erhielt die Polizei Hinweise, dass der Tatverdächtige bei sexuellen Handlungen mit einer früheren, etwa gleichaltrigen Lebensgefährtin heimlich Aufnahmen gefertigt haben soll. Die Beamten durchsuchten daraufhin die Wohnung des jungen Mannes und stellten dabei unter anderem sein Handy sicher, auf dem mehr als 67.000 Bilder und Videos, größtenteils mit pornografischem Inhalt, gespeichert waren. Die Ermittlungen wurden wegen des Verdachts der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen geführt. Das umfangreiche Bild- und Videomaterial wurde in der Folge durch Spezialisten der Würzburger Kripo in Hinblick auf eventuell vorhandenes Beweismaterial und sonstiger strafbarer Inhalte ausgewertet.

Hinweise auf Missbrauchsfälle

Durch die Auswertung des sichergestellten Handys kam kinder- und jugendpornografisches Material zum Vorschein, welches der Beschuldigte dem Sachstand nach im Internet heruntergeladen haben soll. Darüber hinaus wurden bei Ermittlungsmaßnahmen Bilder und Videos gesichert, bei denen offenbar nicht einvernehmliche, erzwungene sexuellen Handlungen des Beschuldigten an minderjährigen Mädchen zu sehen waren. Die insgesamt fünf Geschädigten, die zur Tatzeit zwischen 12 und 15 Jahre alt waren und allesamt aus dem Landkreis Würzburg stammen, sind inzwischen identifiziert und unter Einbindung ihrer Eltern zu den Tatabläufen vernommen worden.

Haftbefehl gegen 19-Jährigen

Wegen des dringenden Verdachts des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in zwei Fällen, der Vergewaltigung in zwei Fällen und des sexuellen Missbrauchs von Kindern in drei Fällen erwirkte die Staatsanwaltschaft Würzburg einen Untersuchungshaftbefehl gegen den 19-Jährigen. Der Haftbefehl wurde unverzüglich vollzogen und am 1. März 2019 durch einen Ermittlungsrichter eröffnet. Der Beschuldigte sitzt seitdem in einer Justizvollzugsanstalt ein.

Kontaktaufnahme über soziale Medien

Nach dem aktuellen Ermittlungsstand hatte der Tatverdächtige offenbar gezielt über soziale Medien wie Instagram oder Snapchat Kontakt zu Mädchen aufgenommen. Ihnen wurden Beziehungen in Aussicht gestellt und es kam zum Austausch von Handynummern. Offenbar ist es dem Beschuldigten durch manipulatives Geschick gelungen, das Vertrauen der Mädchen zu erlangen und auch Treffen mit ihnen zu vereinbaren. Dabei soll es dann in Einzelfällen auch zu den erzwungenen sexuellen Übergriffen gekommen sein.

Erst vor Kurzem hatte ein Kinderporno-Skandal Würzburg erschüttert. Ein Logopäde soll dort Kinderpornos erstellt und anschließend im Darknet verbreitet haben.