Bei benachbarten Gastronomen ist der im Eingangsbereich des Kupsch-Marktes in der Domstraße aufgestellte Bocksbeutel-Automat sowieso nicht gut angekommen - jetzt hat der Betreiber das Sortiment des Gerätes geändert. Und das, obwohl sich der Bocksbeutel-Spender bei Kunden seit mehreren Wochen wachsender Beliebtheit erfreut. Doch nun können sie keine Weinflaschen mehr aus dem Automaten ziehen. Stattdessen befinden sich darin nur noch Süßigkeiten und alkoholfreie Getränke wie Energydrinks.

Warum spuckt der Bocksbeutel-Automat nun Wachmacher-Dosen aus?

Aus Servicegedanken am Kunden sei der Automat, der ursprünglich für den "Warenverkauf Grillgut" angezeigt worden war, eine innovative Idee, die das Stadtgeschehen bereichern kann, heißt es in einer Stellungnahme aus dem Rathaus. Nur habe dies seine Grenzen im Bereich des Jugendschutzes.

Denn laut Jugendschutzgesetz (§ 9 Abs. 3 JSchG) dürfen alkoholische Getränke - im Gegensatz zu beispielsweise Zigaretten - nicht in der Öffentlichkeit in Automaten angeboten werden. Eine Ausnahme kann nur gemacht werden, wenn der Automat an einem für Kinder und Jugendliche unzugänglichen Ort aufgestellt ist. Oder aber er ist in einem gewerblich genutzten Raum aufgestellt und durch technische Vorrichtungen oder durch ständige Aufsicht ist sichergestellt, dass Kinder und Jugendliche alkoholische Getränke nicht entnehmen können.

Für Kinder und Jugendliche zugänglich

Technische Vorrichtungen stellen zwar an diesem Automaten sicher, dass keine Kinder und Jugendliche alkoholische Getränke entnehmen können, heißt es weiter. Aber dadurch, dass der Bocksbeutel-Automat in einem nicht gewerblich genutzten Raum aufgestellt und für Kinder und Jugendliche zugänglich ist, verstößt der Automat gegen das Jugendschutzgesetz.

Deshalb hat die Stadt Würzburg ein formelles Anhörungsverfahren eingeleitet und den Betreiber um Stellungnahme zu dem Sachverhalt gebeten, so die Auskunft aus dem Rathaus. Gleichzeitig wurde ihm mitgeteilt, dass beispielsweise der Automat stehen bleiben kann, aber "alkoholfrei" gemacht werden muss, indem sämtliche alkoholische Getränke entfernt werden.

Grillgut, wie ursprünglich angezeigt, kann jedoch auch weiterhin über den Automaten verkauft werden. Eine Stellungnahme vom Betreiber des Kupsch-Marktes in der Domstraße war nicht zu erhalten.

Von Ernst Lauterbach

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