Veitshöchheim 2018: Unerwartet viel nackte Haut, ordentliche Lästereien gegen Politiker aller Parteien und Länder und ein trotziges Nilpferd - die Fernsehprunksitzung "Fastnacht in Franken" hat am Freitag im Bayerischen Rundfunk neben der gewohnten Mischung aus Klamauk, Bütt, Musik und Akrobatik auch viele Neuerungen ins Programm aufgenommen. Zahlreiche Höhepunkte der Sendung haben wie in unserer Bildergalerie für Sie zusammengestellt

 

 


Euphorische Reaktionen bekam beispielsweise ein Männerballett, das nicht mit wippenden Bierbäuchen, sondern nackten muskulösen Oberkörpern zumindest die Frauenwelt im Saal euphorisierte. Die Turedance sind sechsfacher bayerischer Meister im Männerballett und durften erstmals Teil der "Fastnacht in Franken" aus Veitshöchheim sein. Die Sendung wurde auch 2018 live im Bayerischen Fernsehen übertragen. Tipp: Am heutigen Samstagabend (3. Februar) wird sie um 20:15 Uhr im Bayerischen Rundfunk wiederholt.

 


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Traumquote: Die zweiterfolgreichste Sendung in der Geschichte der Kult-Sitzung
 

Die 31. Ausgabe der Fernseh-Prunksitzung "Fastnacht in Franken" hat erneut eine Traumquote erzielt. Durchschnittlich 4,21 Millionen Zuschauer - 2,48 Millionen aus Bayern und nochmals 1,73 Millionen außerhalb des Freistaats - verfolgten die Live-Sendung aus den Mainfrankensälen im unterfränkischen Veitshöchheim. Der Marktanteil in Bayern lag bei sensationellen 51,6 Prozent - das schaffen im stark fragmentierten Fernsehmarkt von heute allenfalls noch hochklassige Fußball-Länderspiele mit deutscher Beteiligung. Damit dürfte die diesjährige Ausgabe von "Fastnacht in Franken" auch 2018 wieder an der Spitze der erfolgreichsten Sendungen in allen Dritten Programmen in Deutschland stehen. Gleichzeitig ist sie die zweiterfolgreichste Sendung des BR Fernsehens seit 1991.

7,4 Mio. Zuschauer in Deutschland schalteten sich zumindest kurz in die Livesendung ein. Im Schnitt verfolgte jeder Zuschauer das närrische Treiben 157 Minuten im BR Fernsehen.

 

 


Marktanteil: Spitzenwert bei den jüngeren Zuschauern

Beim jüngeren Publikum kam die Live-Übertragung der Prunksitzung so gut an wie nie: Fast jeder dritte Zuschauer zwischen 14 und 49 Jahren verfolgte die "Fastnacht in Franken". 31,4 Prozent Marktanteil wurden erzielt - ein neuer Rekord!

 

 

 


BR-Fernsehen deklassiert die Konkurrenz

Bei einem gestrigen Tagesmarktanteil von 28,6 Prozent für das BR Fernsehen hatten die anderen Programme in Bayern keine Chance: Das ZDF, auf Platz 2 der meisteingeschalteten Programme, kam gestern auf 8,6 Prozent, Das Erste und RTL auf je 8,4 Prozent Marktanteil. Alle anderen Sender blieben deutlich darunter.

 

 

 


Live-Stream auf BR.de
 

Die eigens für "Fastnacht in Franken" eingerichteten Live- und Eventstreams, über die bereits vor Beginn der Sendung das Schaulaufen der bayerischen Prominenz aus Politik und Gesellschaft auf dem Roten Teppich verfolgt werden konnte, wurde im Internet auf BR.de 57.000 Mal aufgerufen. Darüber hinaus kam das Onlineangebot zu "Fastnacht in Franken" mit seinen Bildergalerien, Kommentaren und O-Tönen auf knapp eine halbe Million Abrufe.

Tipp: Die Höhepunkte der Sendung "Fastnacht in Franken" gibt es als Videos und Fotos unter www.br.de/fastnacht. Die komplette Sendung kann in der BR-Mediathek angesehen werden.

Die Prunksitzung des Fränkischen Fastnacht-Verbandes gilt als einer der Höhepunkte der bayerischen Faschingssaison - auch für die Politiker des Landes. Heuer waren die Tische der Polit-Prominenz aufgrund der noch andauernden Koalitionsverhandlungen in Berlin allerdings ziemlich ausgedünnt. So fehlten neben Ministerpräsident Horst Seehofer auch Fastnachts-Urgestein Barbara Stamm und Staatssekretärin Dorothee Bär (alle CSU).

 

 


CSU-Politiker mussten besonders einstecken

Von Frotzeleien hielt das die Künstler der Fastnacht trotzdem nicht ab. Die Politiker der CSU mussten am Abend am tapfersten sein. Sie bekamen wie gewohnt das meiste Fett ab. So lästerte Wortakrobat Oliver Tissot, der heuer als Karl Marx verkleidet war, über den CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt: "Bei Wölfen gibt es einen Leitwolf; bei Rindviechern einen Dob-Rindt." Mit Blick auf politische Entscheidungen der Partei sagte er: "Die CSU versteift sich auf nix mehr - da hat selbst Beate Uhse Pleite anmelden müssen."

Die Haartransplantation des FDP-Chefs Christian Lindner war ebenfalls ein gefundenes Fressen für Tissot. "Man sollte auch etwas im Hirn haben und nicht nur drumherum, wenn man die Welt verändern will", sagte Tissot dazu. Sein Spott ging aber auch über die Grenzen Deutschlands hinaus: "Lieber 100 Söder als einen Trump! Und die anderen Trampel sind doch noch schlimmer." Aufs Korn genommen wurde auch Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt. Er sei nach seinem "Ja" zur Glyphosatverlängerung der "Chuck Norris unter den Landwirtschaftsministern", stichelte Sänger Matthias Walz. Der rieb der CSU auch unter die Nase, dass nicht sie, sondern ein SPD-Mann vor 100 Jahren den Freistaat Bayern ausgerufen hat. Sehr zur Freude von SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher.

 

 


Die Politiker "in die Wüste schicken"

Komiker Martin Rassau wäre nach der Landtagswahl in Bayern eine "Safari-Koalition" am liebsten: "Schickt sie alle in die Wüste." Nilpferddame Amanda und Bauchredner Sebastian Reich fachsimpelten über eine bayerische Nationalmannschaft. Darin sollte Seehofer Stürmer werden, denn "der kennt sich mit Alleingängen auf dem Feld aus". Innenminister Joachim Herrmann (CSU) tauge zum Torwart, denn "der will ja keinen reinlassen". Die FDP dagegen will Amanda lieber nicht mitnehmen - "Die sagen am Ende, es ist besser gar nicht zu spielen, als schlecht zu spielen." Und der Posten rechtsaußen bleibe unbesetzt. "Rechtsaußen hat in meinem schönen Spiel nichts verloren. Punkt", so das Nilpferd resolut.

Sie machte zudem wegen Seehofers Abwesenheit ihrem Ärger ordentlich Luft. Weil ihr Horst in Berlin bei "Angela auf dem Schoß" sitzt statt bei ihr in Veitshöchheim zu sein, will sie sich nun einfach neu verlieben. "Er hat immer tolle Kostüme an, er ist ein Franke durch und durch ... Günther Beckstein!" Der ehemalige bayerische Ministerpräsident war neben Markus Söder (beide CSU) in den vergangenen Jahren der Politiker mit den aufwendigsten Verkleidungen.

 

 


Für Lästereien gab es genügend Stoff

Söder hatte sich schon als Zauberer Gandalf, Marilyn Monroe, Punk, Gandhi und Homer Simpson verkleidet. Nun hat er allerdings angekündigt, dass nach der diesjährigen Ausgabe der Verkleidungsspaß für ihn vorbei ist. Als Ministerpräsident komme man stets mit Frack und Fliege.
Ob Abgas-Affäre, Hickhack zur Ehe für alle, Fipronil-Eier, GroKo, FDP oder AfD - die Narren sparten in der etwa dreieinhalbstündigen Sendung aus Veitshöchheim kaum ein politisches Thema aus. Die meisten Lacher im Saal kassierten die Künstler aber für ihre unpolitischen Witze. Wenn über Männer-Frauen-Beziehungen, ungeschickte Flirt-Versuche, Möchtegern-Vegetarier, E-Zigaretten (Michl Müller: "brennende Blockflöte"), die Oberpfälzer oder Schönheitsoperationen gelästert wurde, tobte der Saal.

Zur 31. Ausgabe ging es zudem verdächtig oft um große und kleine Ups-Momente. So sinnierte Michl Müller darüber, ob und wann es sich lohnt, eine neue "Unnerhos'" zu tragen. Und auch die Altneihauser Feierwehrkapell'n gönnte im Rahmen ihrer von Buh-Rufen begleiteten Verbalattacken gegen die Franken dem häufigen "Strullern" nach dem Frankenwein-Konsum eigens ein Liedchen.