Das hat der Evangelische Pressedienst (epd) aus dem CSU-Bezirksvorstand am Sonntag erfahren. Bötsch war von 1993 bis 1997 letzter Bundesminister für Post und Telekommunikation - und schaffte sein Amt quasi selbst ab: Er trieb die Privatisierung der Bundespost in die Sparten Telekom, Postbank sowie Postdienst voran. Der Jurist saß beinahe 30 Jahre als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Würzburg im Deutschen Bundestag.

Bötsch wurde im rheinland-pfälzischen Bad Kreuznach geboren und wuchs in Unterfranken auf. Erste politische Gehversuche unternahm er auf kommunaler Ebene in Würzburg. Ab 1960 war er Mitglied der CSU, 1973 bis 1991 war er Vorsitzender des CSU-Kreisverbandes Würzburg-Stadt. Zwischen 1972 und 1976 saß er im Stadtrat von Würzburg, von 1974 bis 1976 war er Mitglied des Bayerischen Landtages, von 1976 bis 2005 war er Mitglied des Deutschen Bundestages, anschließend kehrte der als bodenständig geltende Bötsch der aktiven Politik den Rücken.

Beruflich war der promovierte Jurist 1968 bis 1974 als Stadtrechtsrat im unterfränkischen Kitzingen tätig, ab 1974 war er Oberregierungsrat bei der Regierung von Unterfranken. Bötsch war verheiratet und hat zwei Kinder, darunter die Würzburger Stadträtin Christine Bötsch (CSU).