Für die Rothosen war es bereits der fünfte Sieg in der Fremde, stolze 19 Zähler hat der FWK bereits auswärts geholt. "Wir haben uns heute für ein starkes Spiel belohnt", so Hollerbach: "Das war ein verdienter Erfolg für uns gegen einen starken Gegner." Und auch SGS-Coach Rüdiger Rehm sah es so: "Die erste Hälfte ging klar an Würzburg. Nach der Pause waren wir besser im Spiel, unterm Strich aber geht dieses Ergebnis in Ordnung."



Hollerbach überraschte nach der 44-tägigen Winterpause mit seiner Startformation: Eine Woche nach seiner Verpflichtung feierte Neuzugang Elia Soriano gleich seine Premiere, der Stürmer aber wird am kommenden Samstag (14 Uhr, FLYERALARM Arena) im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart II fehlen, der ohnehin mit vier Gelben Karten vorbelastete Akteur handelte sich Gelb-Rot ein und muss nun eine Zwangspause einlegen. Auch rückte Dominik Nothnagel (rechte Abwehrseite) ebenso in die Startformation wie Niklas Weißenberger. Für Letzteren war es sein erstes Drittliga-Spiel von Beginn an, bis dato war der 22-Jährige in dieser Runde dreimal eingewechselt worden. Weißenberger spielte auf der rechten Seite im Mittelfeld vor Nothnagel.



Von Beginn an entwickelte sich in der Mechatronik Arena vor den gut und gerne 250 mitgereisten Rothosen-Fans ein munteres Spiel - beide Teams versuchten fix, die Oberhand zu gewinnen, die Mittelfeld-Reihen aber machten ihre Sachen ordentlich, so dass es anfangs ein Duell ohne Vorteile auf einer der beiden Seiten war. Nach einer guten Viertelstunde aber lag die Kugel im Netz. Im Anschluss an die dritte Ecke (diesmal getreten von Nejmeddin Daghfous) war nach einer Fennell-Verlängerung Richard Weil am zweiten Pfosten zur Stelle und brachte den mainfränkischen Aufsteiger in Führung (17.). Für den Rothosen-Innenverteidiger war es bereits der dritte Saisontreffer.



Nicht einmal 120 Sekunden später hatte Vorbereiter Daghfous freistehend selbst die große Chance, auf 2:0 für den FWK zu erhöhen. Nach einer Weißenberger-Flanke aber ging der Kopfball drüber. Und wiederum nur eine Minute später schlugen die jetzt angestachelten Großaspacher zu: Maximilian Dittgen stand am langen Pfosten frei, verwertete eine Flanke direkt zum 1:1-Ausgleich (21.). Die SG Sonnenhof war in der Folge weiter bissig, die Würzburger aber hatten den Rückschlag fix wieder verdaut und traten weiter mutig auf, störten den Kontrahenten gewohnt früh und waren so schnell zurück im Spiel. "Die erste Hälfte ging an Würzburg. Auch wenn wir es nach der Anfangsviertelstunde besser gemacht haben, musssten wir immer auf der Hut sein", so SGS-Trainer Rehm.



Eine gute halbe Stunde war gespielt, da deutete Referee Lasse Koslowski auf den Punkt. Im Anschluss an eine Flanke hatte SG-Schlussmann Christopher Gänge den Würzburger Weißenberger beim Versuch an den Kopfball zu kommen, an der Schulter gezogen - eine klare Sache. Daghfous, absoluter Aktivposten der Rothosen, trat an, setzte die Kugel aber links neben den Kasten. Und als wäre dies noch schon genug gewesen, nahm das Unheil seinen Lauf: Nach einem Zusammenprall musste Torschütze Weil mit Schwindelanfällen vom Feld, für ihn kam der 20 Jahre alte Winter-Neuzugang Emanuel Taffertshofer (39.). Doch die Würzburger machten einfach weiter, hatten durch einen Fernschuss von Peter Kurzweg (42.), der knapp am Kasten vorbeistrich, noch eine Möglichkeit vor dem Seitentausch.



Nach der Pause war es die SG Sonnenhof Großaspach, die gleich den Ton angab: Zwei, drei Situationen sorgten zwar für Gefahr, zwingend aber waren die Möglichkeiten nicht - die Würzburger Defensive warf sich gekonnt dazwischen, ließ den Hausherren fast keine Lücken. Auf der Gegenseite war es Daghfous, dessen 18-Meter-Schuss für Gäng aber kein großes Problem darstellte (59.). Auch Rothosen-Keeper Robert Wulnikowski durfte nach 66 Minuten seine Routine demonstrieren, als er einen Freistoß von Dittgen parierte. Nicht richtig unter Kontrolle brachte Joannis Karsanidis den Ball, als er 20 Minuten vor dem Ende in guter Position abzog, der Ball aber versprang und sein Ziel nicht fand.



17 Minuten vor dem Ende aber lag die Kugel dann doch noch im Netz: Nach einer Flanke des eingewechselten Amir Shapourzadeh stand Neuzugang Soriano goldrichtig und traf zur Würzburger 2:1-Führung. "Die Jungs haben mich unter der Woche toll aufgenommen und ich habe gespürt, wie heiß alle auf dieses Spiel sind", sagte der Torschütze: "Dass ich gleich getroffen habe, ist natürlich ein guter Einstand. Die Gelb-Rote Karte aber ärgert mich."



Großaspach warf nun alles nach vorne, doch ein Schuss von Daniel Hägele wurde zur Beute von Wulnikowski. Und dann wurde es noch einmal richtig turbulent: Referee Koslowski zeigte auf den Punkt, sprach Großaspach zur Verwunderung vieler einen Elfmeter zu, zeigte Wulnikowski sogar Gelb. Doch Würzburgs Keeper hatte nicht Foul gespielt (82.). Der Ball lag trotzdem auf dem Elfmeterpunkt - aber nur so lange, bis sich der Schiedsrichter-Assistent einschaltete und die Szene aufklärte. Koslowski revidierte seine Entscheidung und sprach den Kickers den Ball zu. Fünf Minute vor dem Ende dann sah Soriano seine zweite Gelbe Karte, musste also vom Feld. "Bitter", nannte es Hollerbach, "denn bei der ersten Aktion, die zur Gelben Karte führte, hat er klar in den Boden getreten. Trotzdem haben wir die letzten Minuten über die Zeit gebracht und uns endlich einmal wieder für ein starkes Spiel belohnt."