Schon wieder hat eine Königspython in der Innenstadt für einen Schreckensmoment gesorgt. Nur rund drei Monate, nachdem eine Studentin in der Reibeltgasse in ihrem Wohnzimmer von einer ausgebüxten Würgeschlange überrascht wurde, haben Anwohner nun ein ähnliches Exemplar wenige Meter weiter in der Neubaustraße entdeckt - und ebenfalls die Feuerwehr gerufen.

"Als die Männer ankamen, hat die Schlange gerade versucht, in einen Schacht zu kriechen", erzählt der Leiter der Berufsfeuerwehr, Harald Rehmann. Die ausgebildeten Kräfte hätten schnell reagiert und das Tier mit der Hand eingefangen. "Sie haben beherzt zugegriffen", schildert Rehmann und fügt hinzu, dass der ein Meter lange Python ja weder giftig noch gefährlich gewesen sei. Wie das Reptil auf die Straße gekommen war, ist noch völlig unklar. "Königspythons sind seit einigen Jahren nicht mehr meldepflichtig, was das Auffinden des Besitzers fast unmöglich macht", erklärt der Würzburger Biologe Dieter Mahsberg das Problem.

Obwohl die Schlange bereits am Dienstag vergangener Woche gefunden wurde, hat sie bislang niemand als vermisst gemeldet. Derzeit kümmert sich der Biologe, wie bereits im letzten Fall, privat um das Tier, hofft aber auf eine schnelle Aufklärung des Falls: "Mir wäre sehr daran gelegen, wenn sich der Besitzer melden und den Ausbrecher wieder zu sich nehmen würde, da meine Möglichkeiten für die Aufnahme von Schlangenfindelkindern erschöpft sind."

von Meike Rost