Nach derzeitigem Ermittlungsstand hatte eine ältere Dame auf offener Straße gegen 20:45 Uhr drei Passanten und eine Anwohnerin mit einem schwarzen Reizgassprühgerät in Form einer Pistole bedroht. Aus der Entfernung und insbesondere in der Dunkelheit sah der Gegenstand täuschend echt aus und es musste zunächst davon ausgegangen werden, dass es sich um eine scharfe Waffe handelt, wie die Polizei mitteilte. Die 71-Jährige richtete die Pistole in der Triebstraße auf die vier Menschen und drohte damit, sie zu erschießen. Die Bedrohten flüchteten und verständigten die Polizei.

Die Obernburger Beamten rückte sofort mit mehreren Streifen an. Zwei der Polizisten forderten die Frau mehrmals auf, die Waffe nieder zu legen.

Nach Warnschuss läßt sich die Frau widerstandslos festnehmen

Doch sie zielte auch auf die Polizeibeamten. Als die Dame nach mehrmaliger Ansprache die vermeintlich echte Pistole weiterhin auf die Beamten richtete, gab ein 31-jähriger Polizist gezielt einen Warnschuss in die Luft ab und wies die 71-Jährige nochmals an, die Pistole auf den Boden zu legen. Erst dann folgte die Frau der Anweisung und ließ sich anschließend widerstandslos von den Beamten festnehmen. Bei dem Einsatz wurde niemand verletzt. Mittlerweile steht fest, dass es sich bei der vermeintlichen Waffe um ein erlaubnisfreies Tierabwehrspray in Form einer schwarzen Pistole gehandelt hatte.

Was die 71-Jährige zu ihrem Verhalten veranlasst hat, wird derzeit noch geprüft. Vieles spricht dafür, dass die Frau unter einer psychischen Erkrankung leidet. Unmittelbar nach der Festnahme wurde sie deshalb von den Beamten in ein Bezirkskrankenhaus eingeliefert. Die Obernburger Polizei ermittelt nun in Absprache mit der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg unter anderem wegen Bedrohung.