Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe verwarf am Dienstag die Revisionen gegen das Urteil des Landgerichtes in Würzburg. Das Landgericht hatte den Mann aus Randersacker (Landkreis Würzburg) im Herbst 2014 zu zwölf Jahren Haft wegen Totschlags verurteilt.

Die Kammer hatte keinen Zweifel daran, dass der Angeklagte seinen 76 Jahre alte Nachbarn vorsätzlich getötet hatte, obwohl es dafür keine Zeugen gab und die Tatwaffe nicht gefunden wurde. Doch an der Hose und der Schläfe des Angeklagten fanden sich Blut- und DNA-Spuren. Der Mann hatte die Tat bis zum Schluss abgestritten, sein Verteidiger hatte einen Freispruch gefordert und legte Berufung gegen das Urteil ein. Die Staatsanwaltschaft hatte auf Mord plädiert und war nach dem Urteil ebenfalls in Revision gegangen.

Nachdem der Bundesgerichtshof die Revisionen nun verworfen hat, könnte der Angeklagte noch vor das Bundesverfassungsgericht und den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ziehen.

Der 76 Jahre alte Nachbar war im September 2013 beim Schneiden einer Hecke getötet worden. Dem tödlichen Stich gingen jahrelange Streitigkeiten um Kleinigkeiten wie illegal entsorgten Grünschnitt, falsch abgestellte Mülltonnen und Hundegebell voraus.