"Ich bin in größter Sorge, dass Flüchtlingskinder in Zeltlagern, Flüchtlingsunterkünften und Kasernen nicht ausreichend vor sexuellen Übergriffen geschützt werden", sagte Johannes-Wilhelm Rörig, der Beauftragte der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs bei einer Fachtagung der Kinderhilfsstiftung World Childhood Foundation in Würzburg. Unter dem Deckmantel der Hilfsbereitschaft könnten Pädosexuelle die Nähe von Kindern suchen.

Angesichts der Krise sei es deshalb jetzt höchste Zeit, Präventionsmaßnahmen in den Unterkünften sowie Mindeststandards einzuführen. Hauptberufliche und ehrenamtliche Helfer müssten beispielsweise für die Gefahren von sexuellen Übergriffen sensibilisiert sein. "Diese Gefahr darf in einer Einrichtung nicht tabuisiert werden. Denn Missbrauch findet dort statt, wo dazu geschwiegen wird."

Weitere Bestandteile von Schutzkonzepten seien nach Geschlecht getrennte Toiletten und Waschräume, Beschwerdemöglichkeiten für Flüchtlinge, eine gewissenhafte Personalauswahl und vorbereitete Notfallpläne. "Es geht hier überhaupt nicht um einen Generalverdacht gegen die Helfenden. Hier geht es einzig und allein um den Schutz und das Wohl der Flüchtlingskinder, sagte Rörig weiter.