Redner des Aktionsbündnisses aus Parteien, Gewerkschaften und Kirchen warnten davor, die Gefahren durch den Rechtsextremismus zu unterschätzen.

Die Demonstration des Netzwerkes "Main-Spessart ist bunt" richtete sich gegen eine zeitgleich stattfindende Kundgebung mit rund 60 Neonazis vom "Freien Netz Süd" in dem Ort. Beide Veranstaltungen verliefen laut Polizei friedlich. Etwa 200 Beamte waren im Einsatz.

Die Würzburger stellvertretende evangelische Dekanin Susanne Wildfeuer forderte, die Ursachen des Rechtsextremismus ernst zu nehmen. Vor allem junge Menschen müsse die Gesellschaft stärken und ihnen Alternativen aufzeigen, damit sie nicht den "braunen Rattenfängern" in die Arme liefen.

Die "Saat des Rechtsextremismus" reiche bis in die Mitte der Gesellschaft, sagte Wildfeuer. Deshalb müsse man Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit auch im Alltag widersprechen, etwa am Stammtisch. Denn: "Wer schweigt, stimmt zu." Die Kundgebung in Roden-Ansbach sei ein wichtiges Zeichen gegen das Schweigen. Das Verwaltungsgericht Würzburg hatte erst am Freitag das Verbot der rechtsextremen Kundgebung aufgehoben.

Das Bürgerbündnis bezeichnete es hingegen als wichtigen Erfolg, dass das geplante Rechtsrock-Festival "Europa erwacht" auf einer Wiese in Ansbach nicht stattfinden durfte. Diese Neonazi-Veranstaltung hatte die Gemeinde untersagt. Das Verwaltungsgericht Würzburg bestätigte die Rechtmäßigkeit des Verbots.

Allerdings hatte auch ein Mann aus Karlstadt, der der rechten Szene angehören soll, eine politische Kundgebung mit Rednern und Musik angemeldet. Das Landratsamt Karlstadt hatte daraufhin versucht, die Versammlung zu verbieten, scheiterte damit jedoch vor dem Verwaltungsgericht. Das Landratsamt hatte sein Verbot unter anderem mit der Wahl des Standortes, einer Sackgasse am Ortsrand, begründet. Darin sah die Behörde eine "Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung". Laut Würzburger Verwaltungsgericht reichte eine "bloße Gefährdung der öffentlichen Ordnung" aber nicht aus, um die Versammlungsfreiheit derart einzuschränken.

Die Versammlung in Roden-Ansbach war bereits der dritte Aufmarsch von Neonazis in Unterfranken in diesem Jahr. Im März und am 1. Mai waren die Rechtsextremen nach Kitzingen und Würzburg gezogen.