Neuer Schliff für ein traditionelles Markenzeichen: Die fränkischen Winzer haben ihre typische Weinflasche, den Bocksbeutel, optisch generalüberholt. Für das neue Design der Flasche, das moderner, frischer und eleganter wirken soll, zeichnet der Hamburger Designer Peter Schmidt verantwortlich.

"Die Hauptsache war, der Flasche Merkmale zu geben, die sich mehr einprägen als die jetzigen", erklärte Designer Schmidt bei der Vorstellung am Freitag. Die Grundform des Bocksbeutels ist nach wie vor eher rund und gedrungen. Doch die Flasche ist weniger bauchig und mit kleinen Kanten versehen worden.

"Der Bocksbeutel ist was ganz typisch Fränkisches, aber auch was ganz typisch Bayerisches. Und gerade jetzt, wo wir den regionalen Trend in der Wirtschaft verspüren, ist es wichtig, dass wir uns zu diesem identitätsstiftenden Symbol bekennen", sagte Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) zur Vorstellung des neuen Designs in Veitshöchheim (Landkreis Würzburg).

Franken ist mit 99 Prozent der Anbaufläche das wichtigste Weinanbaugebiet in Bayern. In den vergangenen Jahren haben viele junge Winzer das Ruder in den Familienbetrieben übernommen. Der Wein werde seitdem jünger vermarktet, die Weinarchitektur spiele mit modernen Vinotheken eine immer größere Rolle und die Qualität des Weines sei gesteigert worden, erklärte Frankens Weinbaupräsident Artur Steinmann. Mit der neuen Verpackung sei das Bild das Frankenweins nun komplett. "Das letzte Puzzleteil ist eingefügt."

Im Stapellauf wurden in der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) zunächst 3000 neue Flaschen mit Weißwein, Silvaner des Jahrgangs 2014, befüllt und etikettiert. In Serie soll die neue Flasche voraussichtlich im kommenden Sommer gehen.

Bislang werden jährlich werden etwa 45 Millionen Flaschen mit Wein aus Franken abgefüllt. Rund 80 Prozent davon sind Weißweine. Insgesamt landet etwa ein Drittel aller Weine aus Franken in Bocksbeuteln.