Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei war gegen 15.15 Uhr eine 76-Jährige aus dem Landkreis Main-Spessart mit einem BMW von Retzbach in Richtung Karlstadt unterwegs. Laut Zeugenangaben überholte die Frau einen Lkw. Offenbar übersah sie hierbei den Gegenverkehr, lenkte ihr Fahrzeug nach rechts und blieb an dem Gespann hängen. Der BMW geriet daraufhin ins Schleudern und es kam zu einem Zusammenstoß mit einem entgegenkommenden VW. Dieser wieder kollidierte dann noch mit einem dritten Pkw, der ebenfalls in Richtung Retzbach fuhr.


Frau in ihrem Fahrzeug eingeklemmt

Durch die Wucht des Aufpralls wurde die 76-Jährige in ihrem Fahrzeug eingeklemmt. Ein Notarzt konnte die Frau jedoch aus dem Wrack befreien und sie wurde nach einer Erstversorgung mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert. Ihr Zustand ist dem Sachstand nach nicht lebensbedrohlich. Der VW-Fahrer im Alter von 58 Jahren kam mit leichteren Verletzungen vorsorglich ins Krankenhaus. Auch der Beifahrer im dritten Pkw wurde leicht verletzt, konnte seine Fahrt jedoch fortsetzen. Der BMW und der VW wurden bei dem Verkehrsunfall so stark beschädigt, dass sie nicht mehr fahrbereit waren und abgeschleppt werden mussten. Die Gesamtschadenshöhe an allen vier Fahrzeugen schätzt die Polizei auf mehrere zehntausend Euro.

Für die Dauer der Verkehrsunfallaufnahme und der erforderlichen Aufräum- und Bergungsarbeiten bleibt die Bundesstraße in beide Richtungen komplett gesperrt. Der Verkehr wird durch die Feuerwehr vor Ort umgeleitet. Aufgrund des Berufsverkehrs ist in dem Bereich mit erheblichen Verkehrsbehinderungen zu rechnen. Ortskundige werden daher gebeten, das Gebiet weiträumig zu umfahren.


Polizei sucht Zeugen des Überholmanövers

Die Ermittlungen zum Unfallhergang werden von der Polizeiinspektion Karlstadt geführt. Dabei ergaben sich den Beamten Hinweise, dass es bereits vor dem Unfall zu einem gefährlichen Überholmanöver gekommen sein soll. Personen, die dabei möglicherweise gefährdet wurden, werden geben, sich bei der Polizei in Karlstadt unter Tel. 09353/9741-0 zu melden.


Folgeunfall mit Streifenwagen

Während der Einsatzfahrt zu dem Unfall auf der B27 ist außerdem ein Streifenwagen der Polizei mit einem Toyota kollidiert. Ein Polizeibeamter und die beiden Insassen im anderen Pkw wurden leicht verletzt. Die Unfallaufnahme erfolgte durch die Polizeistation Gemünden.

Vor der Unfallstelle hatte sich in Richtung Retzbach ein Rückstau gebildet. Mit eingeschaltetem Blaulicht und Martinshorn fuhren die Polizisten links an den wartenden Fahrzeugen vorbei. Laut Zeugenangaben zog ein Toyota aus der Fahrzeugschlange nach links. Offenbar wollte der Fahrer dort aufgrund der Vollsperrung wenden. Der Polizeibeamte am Steuer versuchte wohl noch auszuweichen, konnte jedoch einen Zusammenstoß nicht mehr vermeiden.

Nach der Kollision kam der Streifenwagen nach rechts von der Fahrbahn ab und auf einer Wiese zum Stehen. Der Polizeibeamte am Steuer verletzte sich bei dem Verkehrsunfall leicht. Sein Beifahrer kam wohl mit dem Schrecken davon. Auch der 65-Jährige am Steuer des Toyota und seine ein Jahr ältere Beifahrerin zogen sich dem Sachstand nach leichte Verletzungen zu. Das Polizeifahrzeug wurde stark beschädigt und musste abgeschleppt werden. Der Gesamtschaden an beiden Fahrzeugen dürfte sich nach ersten Schätzungen auf über 10.000 Euro belaufen.