Der Tag der Franken - er kommt nicht von ungefähr, er hat historische Bezüge. Vor über 500 Jahren, im Juli 1500, wurde der fränkische Reichskreis in Augsburg aus der Taufe gehoben. Da stand das Ochsenfurter Rathaus in seiner heutigen Form bereits seit zwei Jahren. Die damaligen Räte hätten im historischen Sitzungssaal ihre Zustimmung signalisieren können, wären sie gefragt worden. Natürlich wurden sie das nicht, aber: Unterfrankens Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel (CSU) nutzte am Donnerstag das wunderschöne historische Ambiente dieses Rathauses, um Werbung zu machen für den Tag der Franken im Jahr 2014.

"Franken- hier schlägt Main Herz"

Gefeiert wird heuer am 6. Juli - in Ochsenfurt. Ein Tag, der nach Wunsch der Veranstalter ganz im Zeichen des Mottos "Franken - hier schlägt Main Herz" stehen soll. Die bewusst gewählte Schreibweise soll erinnern an den Fluss der Franken, Schlagader der Region. Vorgeschaltet hat man eine gute Woche lang die unterfränkischen Kulturtage, die unter dem gleichnamigen Motto gleichsam zum Höhepunkt hinführen sollen - zum Tag der Franken.

Einen Festakt mit geladenen Gästen werde es heuer nicht geben betonte Dotzel. Die offizielle Begrüßung von Ministerpräsident Horst Seehofer soll auf dem Marktplatz stattfinden, vor den Augen der Besucher. Die Ochsenfurter Innenstadt, sie wird zwischen den Stadttürmen die historische Kulisse abgeben für ein Spektakel, das sich auf der Hauptstraße und auf einer Bühne unmittelbar vor dem Rathaus abspielen wird.

Für jeden soll etwas dabei sein

Die Region will sich natürlich von ihrer besten Seite präsentieren. Ein Leichtes für die Stadt im südliche Maindreieck, befand der zuständige Würzburger Landrat Eberhard Nuß (CSU), assistiert von Ochsenfurts Bürgermeister Rainer Friedrich (CSU). Letzterer verwies darauf, dass die Vorbereitungen für den großen Tag schon voll im Gange seien. Gut 70.000 Euro darf das Spektakel kosten, großteils finanziert durch den Freistaat und den Bezirk. Nach einem festlichen Zug durch die Innenstadt mit Musikkapellen und Trachtenvereinen aus ganz Franken wird vor dem Rathaus ein vielfältiges Bühnenprogramm geboten. Fränkische Volksmusik gehört dazu, aber auch Pop und Kabarett. Für jeden soll etwas dabei sein.

Nicht zu vergessen die kulinarischen Spezialitäten Frankens, die Krönung eines "Tags der Franken". Fränkischen Separatisten erteilte Dotzel eine Absage. "Wir wollen kein Bundesland Franken, wir wollen selbstbewusste Franken in Bayern," gibt er schon mal die Marschrichtung vor. Und freut sich, dass Unterfrankens Kommunen ganz wild darauf sind, den fränkischen Feiertag auszurichten. Kitzingen ist 2017 dran, Haßfurt folgt 2020.