Wie die Behörde in Karlsruhe mitteilte, besteht wegen des im Internet veröffentlichten Bekennervideos des 17-jährigen jungen Mannes der Verdacht, dass der Attentäter die Tat als Mitglied der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) zielgerichtet begangen hat. Vor diesem Hintergrund sei zu klären, ob weitere bislang unbekannte Tatbeteiligte oder Hintermänner in die Tat eingebunden waren.

Die Bundesanwaltschaft habe daher die Ermittlungen wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung und versuchten Mordes gegen nicht namentlich bekannte Beschuldige aufgenommen und das Verfahren der Staatsanwaltschaft Bamberg übernommen. Die Ermittler waren bislang davon ausgegangen, dass der offenbar aus Afghanistan stammende Flüchtlinge Einzeltäter gewesen sei und sich selbst in kurzer Zeit radikalisiert habe. Zwar haben IS-nahe Internetseiten die Tat für sich reklamiert, dass der junge Mann selbst Verbindungen zum IS hatte, galt bisher als unwahrscheinlich.

Nach bisherigen Erkenntnissen hatte der Jugendliche am Montagabend gegen 21.10 vier Mitreisende in einem Regionalzug von Treuchtlingen nach Würzburg mit einer Axt und einem Messer angegriffen. Dabei habe er seine Opfer teils schwer und lebensgefährlich verletzt. Bei seiner Flucht durch den Würzburger Stadtteil Heidingsfeld verletzte er noch eine Passantin. Beim Versuch der Festnahme hat er laut den Angaben zwei Polizisten eines Sondereinsatzkommandos (SEK) mit der Axt angegriffen - daraufhin wurde er durch Schüsse tödlich verletzt.