Die Frage hat ein Radiosender gestellt und spekuliert, geltendes Baurecht würde 2019 verfallen "und müsste dann in einem aufwendigen und teuren Verfahren um fünf Jahre verlängert werden".

"Eine theoretische Frage", sagt Johannes Hardenacke, Sprecher der Regierung von Unterfranken. Die Behörde hat für mehrere Abschnitte östlich des Autobahnkreuzes Biebelried Baurecht geschaffen, auf einem Abschnitt (Fuchsberg bis Anschlussstelle Geiselwind) bereits im Dezember 2009. Dort könnte also - theoretisch - 2019 das Baurecht enden, denn eine Planfeststellung tritt "außer Kraft", wenn der Bau nicht zehn Jahre nach deren Unanfechtbarkeit beginnt. Wobei symbolische Arbeiten wie ein "erster Spatenstich" kein Beginn sind.

Das Baurecht bleibt allerdings bestehen, wenn der Träger des Vorhabens, im Fall der A3 die Bundesrepublik Deutschland (vertreten durch die Autobahndirektion Nordbayern), vor Ablauf der zehn Jahre den Plan um weitere fünf Jahre verlängern lässt. Bei der Regierung von Unterfranken ist nach Hardenackes Worten "kein Fall bekannt, bei dem die Autobahndirektion einen (Planfeststellung-)Beschluss hätte verfallen lassen".

In den Meldungen von der "Riesen-Pleite" hatte es geheißen, die Bauarbeiten Richtung Autobahnkreuz Fürth/Erlangen dürfen frühestens 2019 beginnen. Der Bund wolle zuvor die Arbeiten für den sechsspurigen Ausbau bei Würzburg beenden. Das deckt sich mit der Aussage von Verkehrsstaatssekretärin Dorothee Bär (CSU), die Bagger könnten erst anrollen, "sobald der Ausbau zwischen Aschaffenburg und Biebelried abgeschlossen ist". Also frühestens in fünf Jahren.

Für Baumaßnahmen fehlen finanzielle Mittel

Erschwerend kommt hinzu, dass noch überhaupt nicht klar ist, wann der Bund das Geld für den 900-Millionen-Ausbau freigibt. Der Etat von Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) reicht für die vielen Projekte bekanntlich hinten wie vorne nicht, das spiegelt der marode Zustand vieler (Fern-)Straßen und Brückenbauwerke wider.
Und natürlich werden einzelne Baumaßnahmen immer wieder aufgeschoben, weil "die Mittel" fehlen. Bestes Beispiel ist die A 71 von Schweinfurt nach Erfurt. Fast 20 Jahre nach Baubeginn ist die Straße noch immer nicht durchgehend unter Verkehr.

Allein die fünf Kilometer Ausbau bei Geiselwind sind mit Kosten von gut 48 Millionen Euro veranschlagt. Derzeit wird in Berlin im Vorfeld des neuen Bundesverkehrswegeplanes wieder einmal intensiv darüber nachgedacht, welche Projekte vorrangig zu finanzieren sind und welche auf die lange Bank geschoben werden können. Wie wichtig der A3-Ausbau eingestuft wird, dürfte daher erst nach Ende der "Bewertungsphase" im Sommer 2015 feststehen.

Das lange Warten auf den Ausbau der A3 nervt Autofahrer, die dort unterwegs sind und nicht selten im Stau stehen. Der ADAC hat auf der A3 im ersten Halbjahr 2014 über 21.000 Staukilometer gezählt, so viel wie auf keiner anderen deutschen Autobahn. Dadurch entstehe auch der Volkswirtschaft großer Schaden, so der ADAC.
Das Warten nervt auch die, die den Lärmschutz herbeisehnen, der ihnen mit dem Ausbau auf sechs Spuren versprochen ist. Sie wollen sich nicht weiter auf den Sankt-Nimmerleinstag vertrösten lassen. "Wir fühlen uns verarscht und im Stich gelassen", sagte Geiselwinds Bürgermeister Ernst Nickel im August. Aus seinem Blickwinkel ist die Riesen-Blamage also längst Realität.