Die Mitteilung über den Verkehrsunfall ist laut Polizei gegen 14.30 Uhr eingegangen. Zeugen, die beobachtet hatten, wie der 55-Jährige von dem Pkw erfasst wurde, wählten sofort den Notruf. Der Schwerverletzte wurde umgehend durch den Rettungsdienst und den Notarzt medizinisch versorgt und anschließend in ein Krankenhaus gebracht. Der Fahrer des Pkw hatte sich nach dem Vorfall vom Unfallort entfernt und sich auf ein Gütermotorschiff am Hafen begeben. Er wurde wenig später dort von Polizisten festgenommen.

Nach bislang vorliegenden Erkenntnissen war der 37-Jährige am Steuer eines SUV Fiat Sorento zunächst auf das Betriebsgelände des Unternehmens im Bereich der Hafenkopfstraße gefahren. Dort führte er offenbar mit nicht angepasster Geschwindigkeit ein Wendemanöver durch und parkte sein Fahrzeug anschließend außerhalb des Firmengeländes direkt in der Nähe des Schiffes seiner Eltern, im Bereich des Hafenbeckens auf einem Industriegleis.

Komsum berauschender Mittel

Der 55-jährige Mitarbeiter aus dem Landkreis Miltenberg, der den Pkw-Fahrer bereits bei seinem Wendevorgang beobachtet hatte, wollte den 37-jährigen Niederländer darauf hinweisen, dass das Auto auf einem Industriegleis steht. Er machte den Fahrer deshalb darauf aufmerksam. Der Mann, der sein Fahrzeug bereits verlassen hatte stieg daraufhin wieder ein und fuhr zunächst vorwärts weg. Nachdem er nach wenigen Metern sein Fahrzeug angehalten hatte, setzte er wieder zurück. Bei diesem Rückwärtsfahrmanöver erfasste er den Mitarbeiter, der zu Boden fiel und einige Meter mitgeschleift wurde.

Da ein Konsum berauschender Mittel nicht auszuschließen war, musste der Unfallverursacher eine Blutentnahme über sich ergehen lassen. Zur genauen Klärung des Unfallhergangs wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg auch ein Sachverständiger eingeschaltet. Die Polizeiinspektion Aschaffenburg führt die weiteren Ermittlungen unter anderem wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort und Gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Der Beschuldigte muss die Nacht über mit einer Arrestzelle der Aschaffenburger Polizei Vorlieb nehmen.