Als Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit sind am Samstag Tausende von Menschen friedlich durch die Würzburger Innenstadt gezogen. Etwa 5000 Teilnehmer gingen auf die Straße, um sich für Toleranz und ein buntes Würzburg ohne Platz für Rechtsextremismus einzusetzen. "Aus unserer Sicht war es eine sehr gelungene Veranstaltung. Erstens war sie friedlich und zweitens war die Beteiligung nicht nur sehr groß, sondern auch sehr vielfältig", sagte Pfarrer Burkhard Hose vom Bündnis für Zivilcourage am Sonntag in Würzburg.

So hätten auch Gruppen gemeinsam demonstriert, die sich sonst schwer miteinander tun. "Das zeigt, dass die Menschen Würzburgs zusammenstehen, wenn es darum geht, für bestimmte Werte einzutreten." Die Großdemo durch die Innenstadt war von einem bunten Bündnis aus rund 140 verschiedenen Vereinen und Organisationen unterstützt worden.

Bei der Abschlusskundgebung vor dem Würzburger Dom sagte Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU): "Wir sind heute hier, um zu zeigen: Pegida ist nicht Würzburg. Würzburg ist bunt." Das letzte Wort auf der Bühne hatte der Kabarettist Frank Markus Barwasser. Als Erwin Pelzig wetterte er gegen die "Abendlandretter" von Pegida. "Manchmal denke ich mir: Vielleicht muss das Abendland gerettet werden. Aber nicht von solchen Leuten, sondern vor solchen Leuten."

21 Rechtsextreme demonstrieren am Sonntag

21 von ursprünglich 100 angemeldeten Rechtsextremen sind am Sonntagnachmittag unter dem Motto "Gegen das Vergessen - 16. März 1945: Gedenkt eurer Toten" durch Würzburg marschiert. Ihre Mini-Kundgebung wurde begleitet von lautstarken Protesten von rund 300 Gegendemonstranten, wie die Polizei mitteilte. Die Demo der Rechtsextremen hatte die Stadt zwar verboten, ein Gericht kippte das Verbot jedoch.

Am 16. März war die Würzburger Altstadt von Alliierten bombardiert und in nur 20 Minuten fast vollständig zerstört worden. Mehr als 5000 Menschen kamen ums Leben.

Die Polizei teilte am Abend mit, dass sechs Demonstraten ein Transparent gegen Ausländerfeindlichkeit an der Würzburger Festung angebracht hatten. Auch eine Sitzblockade der Gegendemonstranten wurde gegen 16 Uhr aufgelöst. Sie führte zu Verkehrsbehinderungen.

Zwei Gegendemonstranten musste nach dem Ende der Versammlung festgenommen werden. Die Männer hatten nahe eines Imbissstands auf dem Bahnhofsplatz die dort eingesetzten Polizeibeamten beleidigt, einer der Tatverdächtigen führte einen Tritt gegen das Schienbein eines Beamten aus. Der Polizist wurde hierbei leicht verletzt, blieb jedoch dienstfähig. Die beiden Männer mussten zur Dienststelle mitkommen und sehen nun einem Strafverfahren wegen Körperverletzung und Beleidigung entgegen.

Ingesamt verliefen die Demonstrationen friedlich. pol/dpa