Auch nach der Festnahme zweier Schockanrufer am Mittwoch auf der Autobahn 70 setzt sich die Serie weiter fort. Am Donnerstag hatten sich erneut einige Anrufer bei älteren Leuten in Schweinfurt gemeldet. Glücklicherweise haben die potenziellen Opfer dabei alle richtig reagiert. In einem Fall konnten erneut zwei Litauer festgenommen werden, als sie eine hohe Bargeldsumme abholen wollten. Die beiden Männer hatten im Laufe des Freitags einen Termin beim Ermittlungsrichter.

Die Polizei fühlt sich in ihrer Annahme bestätigt, dass gleichzeitig mehrere Gruppen litauischer Betrüger mit dieser Enkeltrick- bzw. Schockanrufmasche unterwegs sind. Am Mittwochnachmittag waren im Rahmen einer groß angelegten Fahndungsaktion zwei Litauer auf der A 70 zwischen Knetzgau und Haßfurt festgenommen worden. Die Männer stehen im dringenden Verdacht, kurz zuvor eine ältere Frau in Haßfurt mit der bekannten Masche um 5000 Euro erleichtert zu haben. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wurden die Festgenommenen am Donnerstag dem Ermittlungsrichter in Bamberg vorgeführt - und sitzen seitdem sitzen in Untersuchungshaft.

Am Donnerstag ging es dann mit den Anrufen und der bekannten Masche im Stadtgebiet Schweinfurt weiter. In mindestens fünf Fällen wurden zumeist ältere Leute aus der ehemaligen Sowjetunion angerufen. Bei den Telefonaten ging es immer wieder darum, dass der Sohn einen schweren Unfall verursacht habe, bei dem ein Kind schwere Verletzungen erlitt. Für die Behandlung wurden dann Beträge zwischen 15.000 und 50.000 Euro gefordert. Glücklicherweise gingen die Angesprochenen auf diese Forderungen nicht ein.

Gegen 21.20 Uhr wurden dann zwei Litauer im Alter von 19 und 21 Jahren festgenommen, nachdem sie bei einer 55-Jährigen 50.000 Euro gefordert hatten. Bei der angekündigten Geldübergabe schlugen Zivilfahnder der Schweinfurter Polizei und der Kripo Schweinfurt zu. Sie nahmen zunächst den Mann fest, der das Geld abholen wollte. Kurz danach klickten dann auch bei dessen mutmaßlichem Komplizen die Handschellen, der in einem in der Nähe stehenden Pkw mit englischem Kennzeichen gewartet hatte.

Im Rahmen der Ermittlungen hatte sich dann herausgestellt, dass die beiden Litauer im dringenden Verdacht stehen, auch die 4000 Euro am Mittwochabend bei der Frau in Schweinfurt abgeholt zu haben. Die Festgenommenen werden auf Antrag der Staatsanwaltschaft Schweinfurt im Laufe des Freitags dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Dann entscheidet sich, ob auch sie, wie ihre Landsleute am Tag zuvor, bis auf Weiteres hinter Gittern landen. pol