Es war eine kurze, fröhliche Zeremonie, dann hatte Schweinfurt nach 14 Monaten Dunkelheit sein leuchtendes Wahrzeichen wieder: Manfred E. Neubert, Vorsitzender der Geschäftsführung der SKF, und Oberbürgermeister Sebastian Remelé drückten gemeinsam den roten Knopf, um das weithin sichtbare blaue Logo am Verwaltungsbau wieder einzuschalten.

Punktlandung

13 Monate waren für die komplette Erneuerung der Fassade, die energetische Sanierung mit neuem Heiz- und Lüftungssystem und die Modernisierung des Brandschutzes veranschlagt worden, 14 sind es geworden. Eine Punktlandung, wie Neubert in seiner launigen Ansprache sagte. Das sei bei einem so alten Gebäude keine Selbstverständlichkeit, besonders, wenn bei laufendem Betrieb gearbeitet werde. "Ich glaube, dafür gibt es kaum vergleichbare Präzedenzfälle."
Eingehalten wurde auch der Kostenrahmen von zehn Millionen Euro - "anders als das bei anderen deutschen, nicht von SKF durchgeführten Vorhaben üblich ist", frotzelte Neubert zu "Hört-Hört-Rufen" aus dem Publikum.
Das Verwaltungsgebäude, intern "das Hochhaus" oder "Bau 150" genannt, ist 51 Meter hoch, 78 Meter lang und 14 Meter breit. Etwa 650 Menschen arbeiten auf den rund 14 000 Quadratmetern Bürofläche, verteilt auf 14 Stockwerke.
Neubert dankte dem Hamburger Büro nps tschoban voss für exzellente Planung und Zusammenarbeit, der SKF-Bauabteilung und allen anderen Partnern, der Stadt für schnelle Genehmigungsverfahren, vor allem aber den Beschäftigten und dem Betriebsrat für die Geduld, mit der sie Lärm, Staub und ständige Umzüge ertragen und mitgetragen hätten: "Das spricht für die Zähigkeit der SKF-Mitarbeiter."
Die Sanierung "in bewohntem Zustand" sei nicht zuletzt eine Management- und Kommunikations-Leistung: Jeden Tag seien die Betroffenen über alle anstehenden Schritte informiert worden.

Bekenntnis zum Standort

Das Leuchtlogo werde nun seine Position als Wahrzeichen der Stadt für die nächsten Jahrzehnte wieder einnehmen, nicht zuletzt auch als Bekenntnis zum Standort: "Es steht dafür, wer und wo wir sind und dafür, dass SKF und die Stadt Schweinfurt zusammengehören." Vom Ergebnis der Sanierung ist Neubert beeindruckt: "Was heute bei über 50-Jährigen noch an Verjüngung möglich ist, wenn man die nötige Technologie außen an der Fassade einsetzt und im Inneren die entsprechenden Teile austauscht. . ."
Der Verwaltungsbau ist das erste sanierte Gebäude der SKF, das den hohen Anforderungen des Energiestandards LEED entspricht. LEED steht für Leadership in Energy and Environmental Design und ist ein Zertifizierungssystem für energie- und umweltfreundliche Planung von Gebäuden.
Laut Architekt Alf M. Prasch von nps tschoban voss benötigt das Haus künftig 55 Prozent weniger Heiz- und Kühlenergie und 15 Prozent weniger Strom. Was wiederum bedeutet, dass pro Jahr 500 Tonnen weniger CO 2 abgeben werden.