Eigentlich hatte die Jagdgesellschaft, die aus zirka 30 Jägern und weiteren 30 Treibern bestand, eine Drückjagd nach Wildschweinen an einem anderen Ort geplant. Aufgrund eines Anrufs eines Landwirts, der mehrere Wildschweine in seinem Feld beobachtet hatte, wurde die Jagd kurzfristig nach Gramschatz verlegt.

Bei einer Drückjagd stellen sich die Jäger in einem weitläufigen Kreis, dem sogenannten Kessel auf, in dem Wildschweine vermutet werden. Die Treiber versuchen dann, die Tiere aufzuscheuchen und aus dem Kreis zu treiben. Nach den geltenden Jagdvorschriften dürfen die Jäger erst schießen, wenn das Wildschwein den Kreis verlassen hat, um keinen Treiber zu gefährden. Diese Belehrung muss vor jeder Jagd durchgeführt werden, was in vorliegenden Fall auch vom Jagdvorsteher gemacht wurde.

Einer der Jäger hat allerdings nach bisherigen Erkenntnissen diese Vorschrift missachtet und einen Schuss auf ein Tier abgegeben, dass sich noch in dem Kessel befand. Das Geschoss verfehlte jedoch augenscheinlich sein Ziel und traf den 66-Jährigen. Obwohl sofort Reanimationsmaßnahmen eingeleitet wurden, verstarb der Mann an seinen Verletzungen.

Der mutmaßliche Schütze erlitt einen Schock. Gegen ihn wird nun wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Seine Waffe wurde sichergestellt. Die Ermittlungen in dem Fall wurden noch vor Ort von Spezialisten der Kriminalpolizei übernommen. Auch ein Experte für Jagdrecht der Würzburger Polizei sowie ein Sachverständiger des Bayerischen Landeskriminalamts waren zur Unterstützung vor Ort.