FC Augsburg II - FC 05 Schweinfurt 1:1 (1:1). Tore: 1:0 Romario Rösch (6.), 1:1 Matthias Strohmaier (37.).
Timo Wenzel fühlte sich stark erinnert an die Punktteilung in Garching. Erneut hatte seine Mannschaft beste Chancen nicht genutzt. "Es waren letztlich wieder zwei verlorene Zähler, das darf nicht unser Anspruch sein", formulierte es Matthias Strohmaier, Schütze des Ausgleichstreffers, etwas konkreter. "Das nervt mich, dass wir heute nicht gewonnen haben."
Möglich wäre der Sieg für die Schweinfurter durchaus gewesen, obgleich sie erstmals in dieser Saison auf einen ebenbürtigen und ebenfalls offensiv ausgerichteten Gegner trafen. Doch stand in der ersten Halbzeit eigenes Fehlverhalten, in der zweiten dann das Pech im Weg. "Wir hatten bis zur Pause keinen Zugriff, nicht den Mut, Fußball zu spielen", monierte Schweinfurts Trainer. Konkret zeigte sich dies in viel zu vielen langen und viel zu wenigen Diagonalbällen. Und dann rumpelte auch noch Innenverteidiger Steffen Kleineheismann derart unglücklich in einen Pressschlag, dass der Ball Richtung 05-Tor segelte. Romario Rösch schaltete am schnellsten, eilte davon und vollendete herrlich zum 1:0 für die Schwaben. Die dann zwar nur noch beim Nachschuss von Christopher Lannert (27., direkt auf Keeper Alexander Eiban) gefährlich waren, aber einige vielversprechende Konter fahren durften. Dass der erste Akt nicht ganz zum Drama geriet, verdankten die Schweinfurter einem famosen Antritt von Alexander Piller. Seine Hereingabe brachte Florian Pieper noch nicht zum 1:1 unter, den verspringenden Ball aber Strohmaier per Kopf. Schweinfurts Schütze wunderte sich aber wenig, dass es später in der Kabine harsche Worte des Trainers gab. "Ja, es ist laut geworden. Aber völlig zu Recht."


Besser nach der Pause

Mit sichtbarem Erfolg. Die Schweinfurter kamen hoch fokussiert, aggressiv in den Zweikämpfen und mit viel Zug zum Tor zurück aufs Feld. Jetzt lief der Ball gut durch die Reihen und spätestens mit der Einwechslung der zusätzlichen Offensivkräfte Adam Jabiri und Florian Trinks nach einer knappen Stunde wurde der Druck der Gäste immer größer. Zeitweise glich es einem Powerplay. FCA-Keeper Flemming Niemann spitzelte Piller gleich zweimal den Ball in letzter Sekunde vom Fuß (49., 70.), Jabiri köpfte nach Trinks-Ecke an die Querlatte (79.) und nach einem Freistoß des ein sauberes Punktspiel-Debüt hinlegenden Trinks reklamierten alle Schweinfurter Handspiel im FCA-Strafraum (82.), eine Sicht der Dinge, die später auch der Augsburger Coach Dominik Reinhardt bestätigte. Klar, das Spiel mit offenem Visier barg auch Risiken, doch Artur Mergels Schuss beim besten Gegenstoß der Hausherren ging knapp drüber (69.).
Nicht drum herum kommen die Nullfünfer aber um die Diskussion über die Chancenauswertung. In Garching, gegen Aschaffenburg und jetzt in Augsburg, "war der Ertrag zu gering für den Aufwand, den wir betreiben", so Strohmaier. "Aber schlimmer wäre es, wenn wir uns keine Chancen erspielen würden. So bleibt uns die Gewissheit, dass die Zeit kommt, in der wir die Dinger wieder reinmachen." Dass diese Zeit schnell kommen sollte, wenn man sich oben festbeißen will, weiß auch der Verteidiger, warnt aber vor allzu schneller Abwertung des bisher Erreichten: "Wir haben vier Siege und zwei Unentschieden aus sechs Spielen. Wir sollten die Kirche im Dorf lassen." Seinem Trauner Wenzel ist die zu geringe Trefferquote dennoch ein Dorn im Auge: "Wir trainieren Abschlüsse, da gehen sie auch rein. Im Spiel muss das auch wieder ganz schnell so klappen."


Und jetzt kommt Schalke

Die nächste Chance besteht ja bereits am Freitag. Doch da ist kein Regionalligist der Gegner, sondern Bundesligist Schalke 04. Um 20.45 Uhr steigt mit dem Erstrundenspiel im DFB-Pokal das Highlight der noch jungen Saison für den FC 05. Doch Wenzel gibt erst ab Montag grünes Licht für die Spieler, sich mit S04 zu beschäftigen. "Übers Wochenende arbeiten wir erst einmal das Augsburg-Spiel auf." Und da steht auf dem Stundenplan neben der Torausbeute ganz sicher auch der augenfällige Hang der Mannschaft, die enorme Qualität nicht über 90 Minuten auf den Platz zu bringen. Michael Bauer
Schweinfurt: Eiban - Philp, Kleineheismann, Strohmaier, Messingschlager - Kracun (59. Trinks), Fery - Piller, Krautschneider (75. Maderer) - Pieper, Görtler (59. Jabiri