TSV Buchbach - FC 05 Schweinfurt 3:2 (2:0). Tore: 1:0 Christian Brucia (26.), 2:0 Maximilian Hain (40., Handelfmeter), 2:1 Pius Krätschmer (47., Foulelfmeter), 3:1 Lukas Winterling (57.), 3:2 Aaron Frimpong Manu (90.+6). Freut man sich, wenn man als Spitzenreiter verliert und die Konkurrenz es nicht ausnutzt? Oder beißt man sich erst Recht wo hin? Kevin Fery entschloss sich für Variante zwei: "Aber so was von", setzte der Mittelfeldspieler nach dem 2:3 (0:2) des FC 05 in Buchbach zwei Ausrufezeichen dahinter. Die Schweinfurter verpassten es, sich abzusetzen. Und sie hätten es bei einer spielerisch wie kämpferisch fast tadellosen Leistung nicht müssen.

Trainer Timo Wenzel nahm's mit der Gelassenheit eines Mannes, der im Fußball viel erlebt hat. "Das Ergebnis ist bitter; aber es ist tabellarisch nix passiert. Und der Mannschaft kann ich keinen Vorwurf machen."

Der TSV Buchbach hat einfach ein Händchen für Spitzenmannschaften. Hier hat der TSV 1860 München in seiner Meister-Saison verloren; in dieser mussten sich mit Türkgücü, Aubstadt, Fürth und Schweinfurt vier der Top Fünf beugen. Weil dieses Team neben Leidenschaft, Kampf- und Laufbereitschaft vor allem bedingungsloses Abwehrverhalten zeigt.

Und so staunten die vor der Pause drückend überlegenen Schweinfurter, dass sie nur durch den von Maximilian Drum von der Linie gekratzten Suljic-Schuss eine Chance hatten (8.), die extrem tief stehenden Gastgeber aber zwei Tore machten. Bei Drums langem Ball über die rechte 05-Seite rutschte Stefan Kleineheismann etwas übereifrig nach vorn und machte Marco Fritscher die Seite auf. Christian Brucia war auf und davon, schob überlegt an FC-Keeper Luis Maria Zwick vorbei zum 1:0 (26.).

Gar keine Tormöglichkeit wäre entstanden, als der Ball Fritscher unglücklich an den Arm sprang - Handelfmeter. Maximilian Hain schoss brachial in die Mitte, 2:0 (40.).

"Ich habe den Jungs in der Kabine aber gesagt, dass ich zufrieden bin", merkte Wenzel, dass seine Mannschaft zu einer Reaktion fähig sein würde. Gleich nach Wiederbeginn foulte Thomas Leberfinger den Schweinfurter Amar Suljic; den fälligen Elfmeter verwandelte Pius Krätschmer ins rechte Eck (47.). Doch eine eher verunglückte Kopfball-Bogenlampe von Lukas Winterling stellte die alten Verhältnisse her (57.).

Dann rettete erneut ein Buchbacher auf der Linie: Marco Rosenzweig gegen Adam Jabiri (58.). Auch Jabiris Kopfball nach Danhof-Flanke hätte aus sieben Metern drin sein müssen (72.). Drin war aber nach einer mächtigen Schweinfurter Drangphase nur Aaron Frimpong Manus Kopfball-Abstauber (90.+6).

Bei aller spielerischen Reife und Wucht in den Zweikämpfen durften sich die Schweinfurter nicht über eine unverdiente Niederlage beklagen. Buchbach machte das mit seinen Mitteln beachtlich. "Die Buchbacher spielen hinten keinen Fußball, bringen nur lange Bälle. Aber sie haben eine große Mentalität und die Geduld für den rechten Moment", so Wenzel. Diese Geduld - nach langem Ballhalten für die entscheidende Lücke - ging den Nullfünfern ab. Sie wurden stets bestraft, wenn sie es zu sehr mit Gewalt probierten.

Konkurrenz spielt für Schweinfurt

So ein bisschen wollte sich Fery, der auf der Doppelsechs Akzente im Aufbauspiel setzte, doch mit den Ergebnissen der Konkurrenz anfreunden, als Ausgleich dafür, "dass wir uns nichts vorzuwerfen haben. So wie wir heute gekämpft haben." München 0:1 gegen Eichstätt, Bayreuth gegen Aubstadt 2:2 - so blieb der FC 05 auf Platz eins.

Abputzen, weitermachen - das sei, so Wenzel, die einzig probate Verhaltensweise. "Das Wort Meisterschaft ist vor der Runde gefallen. Wenn wir den entstandenen Druck nicht aushalten könnten, hätten wir den falschen Job. Häme einiger Kritik geht hier rein, da raus." Schweinfurt: Zwick - Fritscher, Kleineheismann, Billick, Köppel (76. Manu) - Fery, Korb - Danhof, Krätschmer (74. Maderer), Suljic (63. Laverty) - Jabiri.