Der FC 05 und Auswärtsspiele - zuletzt dank dreier nicht wirklich nötiger Unentschieden in Serie eine suboptimale Kombination. Und jetzt stehen mit Heimstetten und Nürnberg zwei Spiele in der Fremde hintereinander an. In denen die Schweinfurter den Bann brechen wollen: "Wir wurden zu Recht kritisiert", räumt 05-Trainer Timo Wenzel ein. "Ich will diesmal keine Mannschaft sehen, die schön spielt, aber zwei Punkte liegen lässt. Wir wollen mit aller Macht die drei Punkte, denn nur dann werden die Zähler, die Bayern München zuletzt liegen lassen hat, zu Big Points für uns."

Das Selbstvertrauen, der Schwung aus dem 5:1-Erfolg über Memmingen letzte Woche, soll in Heimstetten auf den Platz gebracht werden. Und auch die Aggressivität in der Zweikampfführung. Frühes Pressing soll den Aufsteiger, der als Siebter stark in die Runde gestartet ist, aus dem Konzept bringen. Denn Wenzel sieht in den Oberbayern eine Mannschaft, "die immer Fußball spielen will", also sich keineswegs versteckt, wie so viele andere bisherige Gastgeber der Schweinfurter.

Deswegen hat der Coach auch neben den bewährten Systemen 4-2-3-1 und 4-3-3 eigens ein drittes mit der Mannschaft einstudiert: Ein 4-1-4-1, das bei Ballbesitz ein offensives Überzahlspiel ermöglichen soll. "Wir haben das Heimstettener 1:0 gegen Rosenheim auf Video analysiert und durchaus auch Fehler entdeckt", so Wenzel. "Um die auszunutzen, müssen wir in unserem Umschaltspiel geradliniger werden und unsere schnellen Stürmer besser in Szene setzen."

Bestens geeignet für dieses Modell ist als Sturmsolist Nicolas Görtler - und der wird auch noch aus einem anderen Grund von Beginn an den Vorzug vor Torjäger Adam Jabiri erhalten: Der 34-Jährige leidet an einer Magen-Darm-Infektion und soll nicht zuletzt im Hinblick auf das Pokal-Derby gegen die Würzburger Kickers am kommenden Mittwoch (19 Uhr) geschont werden.

Der SV Heimstetten war ja in einigen denkwürdigen Spielen Gegner der Schweinfurter. Mal führte der FC 05 in der 90. Minute mit 3:1 und der SVH glich in der Nachspielzeit noch aus; mal lagen die Nullfünfer in der 85. Minute 1:3 hinten, um - nach einer Böllerwurf-Unterbrechung - noch 4:3 zu gewinnen und den Klassenerhalt zu schaffen. Aktuell schlägt sich die Mannschaft von Trainer Christoph Schmitt als Neuling ganz gut, auch wenn es zuletzt nach dem 2:2 in Memmingen ein 0:3 in Nürnberg gab.

"Die haben zwei, drei richtig gute Mittelfeldspieler", sagt Wenzel - und dürfte damit vor allem den versierten Techniker Benedict Laverty meinen, der vor der Saison vom FC Augsburg II kam. Aber auch Schmitt fehlen zwei Akteure: Neben Marcel-Pascal Ebeling (Sprunggelenk) vor allem Sturmkollege und Torjäger Orhan Akkurt (8 Tore), der im Urlaub weilt.