FC 05 Schweinfurt - Viktoria Aschaffenburg 1:0 (0:0). Tor: 1:0 Florian Pieper (83.).
Christopher Kracun brachte es kurz nach dem Abpfiff auf den Punkt: "Das war so unglaublich befreiend. Wir hatten gefühlt hundert Ecken und für uns Spieler kam es auch so rüber, als hätten wir hundert Freistöße und 80 Prozent Ballbesitz gehabt. Es wäre auf jeden Fall unglaublich ärgerlich gewesen, wenn wir nur einen Punkt geholt hätten", erklärte der Vorbereiter des 1:0-Siegtreffers durch Florian Pieper. Nach einem durchaus umstrittenen Freistoßpfiff - viele im Stadion hatten eher ein Stürmerfoul gesehen - fand der Ersatzkapitän den Kopf von Pieper, der den Ball unter freundlicher Mithilfe des Aschaffenburgers Simon Schmidt irgendwie in die Maschen wuchtete und so für einen weiteren Heim-Dreier sorgte, der nach 90 Minuten Einbahnstraßenfußball durchaus verdient war - auch wenn das Spiel so manchem Fan ein paar Nerven gekostet hatte.

Die Aschaffenburger - ohne ihren Vier-Tore-Mann Björn Schnitzer, der wegen einer Knieverletzung pausierte - zogen nämlich in Sekundenschnelle im 5-4-1-System eine Mauer hoch, die sie bis zum Abpfiff nie so richtig auflösten und das runde Leder fast immer nur in höchster Not aus der Gefahrenzone droschen. Als Viktoria-Coach Jochen Seitz bei der Pressekonferenz am Freitagabend auch noch erklärte, "ein jeder Trainer muss seine Spieler so einstellen, dass er mit ihnen Erfolg hat", war das Gelächter im VIP-Zelt groß. An sich gesehen, hatte der frühere Schalke-Profi allerdings Recht und für die Gastgeber war dies eine perfekte Möglichkeit, noch ein bisschen Einbahnstraßenfußball zu üben. Denn in dieser Saison wird es noch weitaus mehr Teams geben, die die Kugellagerstädter als großen Favoriten sehen und einfach nur ein 0:0 auf dem Spielberichtsbogen haben wollen. Dass das der Viktoria nicht gelang, wurmte Seitz sichtlich, zeigte aber, dass die 05er mittlerweile noch eine Schippe drauflegen können, wenn die Gegner allmählich nachlassen.


FC 05 präsentiert Florian Trinks

Und das, obwohl die sengende Hitze selbst den unterfränkischen Profis zusetzte. Ganz besonders hart erwischte es Kapitän Stefan Kleineheismann: Der aus Halle gekommene Innenverteidiger gab in der Halbzeit die Binde an Kracun weiter, weil er Kreislaufprobleme bekommen hatte. "Er musste sich in der Halbzeit sogar übergeben", erklärte FC-Coach Timo Wenzel auf Nachfrage, schob allerdings nach, dass es dem 30-Jährigen schon wieder gut gehe. "Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Sie hat ihren Spirit gezeigt und über die gesamte Spielzeit alles rausgehauen, was sie kann. Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen, wir machen die Tore momentan einfach nur nicht, weil der Gegner meist sehr gut steht. Wir haben den Sieg erzwungen - in solchen Spielen musst du einfach gewinnen." Der Sichtweise des Fußball-Lehrers schloss sich auch Gianluca Lo Scrudato an, der bei seinem zweiten Startelf-Einsatz-Einsatz viel Offensivdrang erzeugte. "Das war ein wirklich schweres Spiel, aber der Viktoria-Keeper Ricardo Döbert hat einfach viele Bälle rausgefischt."

Mithelfen, dass der gegnerische Schlussmann öfter überwunden wird, soll auch Florian Trinks. Das frühere Bremer Talent kommt vom Chemnitzer FC und wurde nach dem Spiel offiziell vorgestellt. Der 26-Jährige war beim Drittliga-Absteiger meist im offensiven Mittelfeld zum Einsatz gekommen. Dominik Großpietsch

Schweinfurt: Eiban - Philp, Strohmaier, Kleineheismann (46. Jelisic), Lo Scrudato (69. Maderer) - Fritscher (57. Piller), Kracun, Fery, Krautschneider - Pieper, Jabiri.