VfR Garching - FC 05 Schweinfurt 1:4 (0:3). Tore: 0:1 Adam Jabiri (11.), 0:2 Tim Danhof (12.), 0:3 Bendict Laverty (27.), 0:4 Pius Krätschmer (61.), 1:4 Sebastian Gebhardt (78.).

Schweinfurt 22, München 19, Bayreuth 15. Ein Punktestand, der nach einem Viertel der Saison durchaus schon ein bisschen Aussagekraft hat. Die Reserven aus Fürth oder Nürnberg sind ohnehin sekundär, da sie nicht aufsteigen dürfen, wenn ihre Zweitliga-Klubs nicht hoch gehen. Nach dem phasenweise eindrucksvollen 4:1 (3:0) in Garching am Freitagabend und dem zeitgleich 0:0 der beiden Verfolger hat der FC 05 als neuer Tabellenführer Vorsprung. Ein Umstand, mit dem umzugehen erst gelernt sein will - liefen die Schweinfurter in den beiden letzten Jahren doch stets frühzeitig dem späteren Meister hinterher.

Diesen Vorsprung zu halten oder gar auszubauen bis Mitte Oktober steht nun auf der Agenda von Trainer Timo Wenzel ganz oben. Denn dann geht's am 12. nach Bayreuth und am 21. kommt Türkgücü ins Willy-Sachs-Stadion. Der FC 05 hat sich mit dem fünften Sieg in Folge schon mal eine erste Basis geschaffen, die Fäden in eigenen Händen zu haben. Wenzel spricht deswegen immer deutlicher vom Titel als Ziel: "Wenn ich jetzt noch was von einem Platz unter den ersten Fünf erzähle, würde man mich auslachen. Wir haben dieses eine Ziel diese Saison und das heißt Dritte Liga. Natürlich hast du als Favorit dann Woche für Woche mächtig Druck auf dem Kessel."

Dass regelmäßig 100 Prozent Leistung abgerufen werden sollten und zwar über 90 Minuten, wurde den Nullfünfern auch in Garching schulmeisterlich vorgeführt. Der VfR war nur eine gute halbe Stunde lang hilflos gegen die Wucht der Gäste, die durch Adam Jabiri, Tim Danhof und Benedict Laverty nach einer Galavorstellung völlig zurecht mit 3:0 führten. Dass sich die Schweinfurter dann bis zur Pause etwas ausruhten, war noch geplant, dass sie in der zweiten Halbzeit trotz 35-minütiger Überzahl zu viel Szenen der höchst limitierten Oberbayern zuließen freilich nicht.

Dass Pius Krätschmers 0:4 noch der Ehrentreffer durch Sebastian Gebhardt folgte, wurmte Wenzel. "Unser Ziel war zu Null. Das war so unnötig." Sein Stürmer Adam Jabiri konkretisierte das Ganze: "Wir machen diese Fehler ja auch, wenn es nur 2:0 für uns steht. Und da kann das dann leicht schief gehen. Da haben wir großes Verbesserungspotenzial." Die Fehler. Damit meint Jabiri die hohe Fehlpassquote, den zu großen Raum für den Gegner und fehlende Dynamik. Unter dem Strich ließe es sich aber auch als fußballtypische Schlamperei eines Favoriten nach einer deutlichen Führung abhaken. Das 1:3 in Rain und der unnötig knappe Sieg gegen Heimstetten - als jeweils gegen Leichtgewichte der Liga - sollten jedoch Warnung genug sein.

Dass die Tabellenführung lediglich eine Momentaufnahme ist, weiß natürlich keiner besser als der Routinier, der im Fußball eben schon mehr mitgemacht hat als die Kollegen: "Ja, die anderen schauen gerne auf die Tabelle. Ich erst am 34. Spieltag. Wir sind zwar auf einem sehr guten Weg, aber eben nicht am Ziel. Wir müssen immer noch mehr zusammenwachsen." Auch, um in heiklen Situationen als Team bestehen zu können und mit der aus einem Punkte-Vorsprung resultierenden Verantwortung umgehen zu können.

Worauf Jabiri übers Wochenende geschaut hat, ist ohnehin nicht die Regionalliga. Am Dienstag (18 Uhr) kommt Zweitliga-Absteiger FC 04 Ingolstadt zum Pokal-Achtelfinale nach Schweinfurt. "Darauf freue ich mich. Ich freue mich immer darauf, mich mit besseren Mannschaften messen zu können. Das ist ein ambitionierter Drittligist und damit eine bessere Mannschaft." Dennoch heißt sein Ziel: "gewinnen!" Michael Bauer

Schweinfurt: Zwick - Fritscher, Billick, Yarbrough (67. Kleineheismann), Köppel - Krätschmer, Korb - Laverty, Danhof, Suljic (63. Manu) - Jabiri (71. Awata).