SV Schalding-Heining - FC 05 Schweinfurt 1:3 (0:2). Tore: 0:1 Florian Pieper (1.), 0:2 Christopher Kracun (23.), 0:3 Adam Jabiri (70.), 1:3 Fabian Burmberger (75.). Bes. Vorkommnis: Alexander Eiban (Schweinfurt) pariert Foulelfmeter von Fabian Schnabel (78.).
Timo Wenzel legte trotz Sieg den Finger in die Wunde: "Unsere Chancenauswertung war mangelhaft. In der ersten Halbzeit hätten wir drei, vier Tore schießen müssen und auch in der zweiten Halbzeit noch zwei, drei." Die Ansprüche beim FC 05 sind eben gestiegen. Früher hätten die Verantwortlichen nach zwei Spielen, zwei Siegen und sechs Punkten um die Wette gegrinst. Und heute? Heute legt man beim FC 05 ein anderes Maß an. Ungeachtet einer an sich überzeugenden Leistung - wie schon beim 3:1 zum Auftakt gegen Illertissen - werden die Dinge klipp und klar angesprochen, die noch verbessert werden müssen, um wirklich ein Regionalliga-Spitzenteam zu sein.

Dabei sah es gleich zu Beginn so aus, als würden die Unterfranken den durch den Tod von Neuzugang Edvin Hodzic arg gebeutelten SVS fast schon aus dem Stadion schießen. Nicht mal eine Minute war gespielt, da rutschte Schaldings Keeper Markus Schöller eine Freistoß-Flanke von Christopher Kracun durch die Hände - Florian Pieper hatte aufgepasst und staubte zum 0:1 ab. "Eigentlich wollte ich den Ball auf Lukas Billick in Richtung des ersten Pfostens schlagen. Er ist mir dann allerdings abgerutscht", meinte Kracun hernach lächelnd, "für uns war das natürlich sehr wichtig."
Und die grün-weißen Schaldinger? Die hingen in der Folge arg in den Seilen - wie ein angeschlagener Boxer, der nur noch auf das erlösende Zeichen des Kampfrichters wartet. Der FC witterte seine Chance, kontrollierte das Geschehen, stand gut und spielte weiter nach vorne. Doch die Art und Weise, wie die neongelb-weißen Schweinfurter nun kickten, schmeckte ihrem Coach nur bedingt. "Wir haben viel zu unkonzentriert gespielt und eigentlich jeden zweiten Ball verloren."


Giftige Signalfarbe

Ein etwas hartes Urteil, schließlich wurde es nie so richtig gefährlich, weil die Gäste im Trainingsleibchen immer wieder den Fuß dazwischen bekamen, wenn der Gastgeber mal das Umschaltspiel für sich entdeckt hatte. Vielleicht kamen die Schaldinger einfach nicht mit der giftigen Signalfarbe zurecht, die ein bisschen an den roten Ausweich-Trikotsatz erinnerte, den Gerd Klaus immer wieder mal aus dem Köfferchen holte, um die Konkurrenz mit neu verteilten Rückennummern vor eine ganz harte Probe zu stellen. Seinem Nachfolger hatte der jetzige Sportleiter offensichtlich nichts davon erzählt. "Nein, ein Trick war es nicht", meinte Wenzel. "Es war abgesprochen, dass Schalding in Grün spielt und wir in den weißen Trikots. Dann war das Schaldinger Trikot grün-weiß, sodass es nicht mehr gepasst hat."

Die Nullfünfer schien das nicht zu stören: Kracun erhöhte mit einem sehenswerten Kracher auf 0:2. Nach der Pause verflachte die Begegnung ein bisschen. Schweinfurt blieb aber gefährlich und baute die Führung 20 Minuten vor Ende aus, als Adam Jabiri nach einer Flanke von Stefan Maderer die Konfusion im SV-Sechzehner nutzte und gekonnt einschob. Unerklärlicherweise wurde es noch einmal spannend: Erst schlenzte Fabian Burmberger den Ball aus 20 Metern ins linke obere Toreck, ehe Philip Messingschlager den agilen Stefan Rockinger im Strafraum legte. Fabian Schnabel versagten vom Punkt allerdings die Nerven, zudem hatte Alexander Eiban die Ecke geahnt und den Anschlusstreffer verhindert. "Ich habe - wie jeder Torwart - eigene Regeln beim Elfmeter, die ich natürlich nicht verraten kann", flachste der Schlussmann, "es war natürlich schön für mich, der Mannschaft helfen zu können."

Weniger schön war der Tag für den Schaldinger Spielertrainer Stefan Köck, der sich nach 72 Minuten selbst vom Feld nahm. "Letztendlich war der Sieg verdient. Wir wollten die Schweinfurter dazu verleiten, lange Bälle zu spielen." Phasenweise hatte das auch geklappt, doch der FC hätte wirklich noch höher gewinnen müssen - zu oft scheiterten die Schweinfurter in der Schlussphase an SV-Torwart Markus Schöller. Dominik Großpietsch
Schweinfurt: Eiban - Messingschlager, Kleineheismann, Billick, Philp (76. Lo Scrudato) - Weiß (60. Piller), Kracun, Fery, Krautschneider - Pieper (68. Maderer), Jabiri.