"Das ist doch viel zu schade zum Wegwerfen", sagt die 19-jährige Janine Burger und zeigt auf die Salate im Kühlschrank. Viel zu oft werde Essen entsorgt, nur weil es optisch nicht den Wünschen der Verbraucher entspreche oder über dem Mindesthaltbarkeitsdatum sei, aber trotzdem noch unbedenklich genießbar. Daher gibt es nun einen Ort in Schweinfurt, an dem ausrangiertes Essen gesammelt wird und kostenlos zur Abholung bereit steht.
Millionen Tonnen von Lebensmitteln landen jährlich auf dem Müll. Gegen diese Ressourcenverschwendung kämpft eine Gruppe in Schweinfurt an. Ihre Idee: Teilen statt wegwerfen. An zwei Schränken in der Birkenstraße 40 ½ können sich Hungrige bedienen und Lebensmittel mitnehmen, die sonst in der Tonne gelandet wären. Birgit Rassbach, Janine Burger und Sabrina Pfennig holen täglich Übriggebliebenes aus zwei Tankstellen und einem Supermarkt ab und bringen es in den "Fair-Teiler", der vor Rassbachs Haus unter einem Sonnenschutz aufgebaut ist. Überraschend offen hätten die Betriebe auf ihre Anfragen reagiert, sagt Burger. "Sie sagten, dass sie total glücklich sind, dass sie nicht mehr so viel wegschmeißen müssen."

Selbstbedienung

Zusammengefunden haben die drei Essensretter über die Internetplattformen foodsharing.de und Facebook. Immer mehr Menschen sind zu der nicht organisierten Gruppe dazugestoßen. Inzwischen sind es über 20 Interessierte, die sich regelmäßig treffen und Erfahrungen austauschen oder Aktionen planen. Am Fair-Teiler kann sich jedermann bedienen oder auch Lebensmittel abgeben. Von 8 bis 20 Uhr sind in etwa die Öffnungszeiten, sagt Rassbach. Gekühlte Produkte nimmt sie zu sich ins Haus und legt einen Zettel in den Schrank. Es ist schon vorgekommen, dass es manche Abholer übertrieben haben und den ganzen Schrank leer räumten.
Daher behält sie nun manche Waren zurück und legt sie erst nach und nach in den Fair-Teiler. Inzwischen habe sich das Angebot schon gut herumgesprochen, sagt Rassbach.
Den dreien geht es nicht darum, den Leuten beim Geldsparen zu helfen. "Wir sind keine Konkurrenz zur Tafel, sondern eine Ergänzung", sagt Burger. Vor allem die Verschwendung soll damit reduziert werden. "Wir wollen das Bewusstsein für Lebensmittel schärfen", erklärt Burger. "Das macht Spaß, spart Geld und gibt vor allem ein gutes Gefühl." Lukas Will