Immer wieder muss die Polizei zu Einsätzen ausrücken, in den Alkohol zumindest eine Rolle spielt. Oft ist er Ursache eines Streits, Unfalls oder Verbrechens, oft sind aber auch beteiligte Personen angetrunken oder betrunken. Um zu zeigen, wie groß das Problem tatsächlich ist, hat die Schweinfurter Polizei exemplarisch den 24-stündigen Einsatzbericht von Donnerstag- bis Freitagmorgen veröffentlicht. "Dieses Thema war, ist und wird wohl immer ein Hauptbetätigungsfeld der Polizei bleiben", schreiben die Beamten im Bericht.

Am Donnerstagabend gegen 19.30 Uhr in einer Gemeinde im Kreis Schweinfurt wurde der Polizei ein Familienstreit zwischen einem 54-Jährigen und seinem 14-jährigen Sohn mitgeteilt. Das Streitthema soll die Computersucht des Sohnes gewesen sein. Der Streit konnte geschlichtet werden und der Junge kam bei seiner Mutter in einer anderen Landkreisgemeinde unter.
Beim Vater wurde ein Promillewert von 1,46 gemessen.

Um 20.50 Uhr randalierte in der Willi-Kaidel-Straße vor einem Schnellrestaurant ein 41-Jähriger und schrie dort die Angestellten an. Bei ihm wurde ein Wert von 2,72 Promille gemessen.

Um 21 Uhr lenkte ein Autofahrer mit 2,08 Promille sein Fahrzeug durch Schonungen. Trotz Stop-Signal und eingeschaltetem Blaulicht fuhr der Autofahrer noch mehrere hundert Meter weiter, bis er endlich auf ein Tankstellengelände fuhr und anhielt. Bei der anschließenden Kontrolle konnte bei dem Mann sofort eine deutliche Alkoholfahne wahrgenommen werden. Deshalb wurde die Weiterfahrt unterbunden und der Fahrzeugschlüssel vorübergehend eingezogen und eine Blutentnahme beim Beschuldigten durchgeführt. Danach erfolgte noch die Sicherstellung seines Führerscheins.

Etwa um dieselbe Zeit kam es in einer Wohnung im Stadtteil Oberndorf zu einem heftigen Familienstreit. Beim Eintreffen stellten die Beamten zunächst einen verwüsteten Eingangsbereich in der angegebenen Wohnung fest. Mittlerweile war es hier bereits wieder ruhig und kein Streit mehr feststellbar. Es wurde im Nachhinein festgestellt, dass der stark alkoholisierte Vater - er pustete 2,2 Promille ins Testgerät - mit seinem 17-jährigen Sohn zuvor in Streit geraten war. Dabei sind Teile des Mobiliars zu Bruch gegangen. Zu Straftaten war es jedoch nicht gekommen. Da zu befürchten war, dass nach dem Abzug der Polizei der Streit eventuell fortgesetzt wird, nahmen die Beamten den 38-Jährigen zur Ausnüchterung mit.

Etwa vier Stunden später klagte der Auszunüchternde über starke Schmerzen und Atemprobleme, so dass der Rettungsdienst hinzugezogen werden musste. Dieser brachte den Mann zu weiteren Untersuchungen in ein Krankenhaus.
Etwa eine Stunde später wurde der "Patient" von dort wieder entlassen, nachdem nichts dergleichen festgestellt werden konnte. Offenbar hatte der Mann nur simuliert.

Gegen 21.40 Uhr wurde eine Ruhestörung in der Deutschhöfer Straße gemeldet. Eine Frau grölte lautstark vor einer Gaststätte herum. Die 59-Jährige war dabei so stark alkoholisiert, dass sie nicht einmal mehr in der Lage war, einen Pustetest durchzuführen. Auch sie wurde ausgenüchtert.

Einen betrunkenen Rollerfahrer haben die Beamten um 22.15 Uhr auf der Gutermann Promenade mit 0,8 Promille gestoppt. Wegen einer deutlichen Alkoholfahne wurde dem 45-jährigen ein Alkoholtest angeboten. Dabei schlug dieser deutlich positiv an. Deshalb wurde die Weiterfahrt unterbunden und der Fahrzeugschlüssel vorübergehend konfisziert. Bei einem späteren Test an einem gerichtsverwertbaren Gerät in der Polizeiwache erreichte der Zweiradfahrer genau 0,8 Promille.

Etwa zur gleichen Zeit beobachtete das Sicherheitspersonal einer Asyleinrichtung, wie eine Person über den Zaun kletterte. Nach Überprüfung der Person kam heraus, dass der 18-Jährige aus einer Landkreisunterkunft stammte, und hier jemanden noch zu so später Stunde besuchen wollte. Er hatte über 1,6 Promille intus und wurde ebenfalls ausgenüchtert.

Der letzte Alkoholeinsatz gegen 23 Uhr fand in einer Wohnung in der Eselshöhe statt. Eine 44-Jährige schloss sich in stark alkoholisierten Zustand aus der eigenen Wohnung aus. Das Problem war, dass ihre neunjährige Tochter noch in der Wohnung war. Die Mutter klingelte zwar das ganze Haus durch und weckte alle auf, aber ihre Tochter ließ sie nicht mehr herein. Sie war nämlich eingeschlafen. Es wurde der getrennt lebende Vater erreicht, der sich seiner Tochter später annahm. Die Mutter war zwischenzeitlich zu Fuß zu ihrem neuen Lebensgefährten in den Stadtteil Bergl gelaufen und wollte mit der Polizei nicht weiter kommunizieren. Da sie nicht zum ersten Mal wegen ihrer Alkoholprobleme aufgefallen ist, ergeht eine Meldung an das Jugendamt.

Fazit der Polizei: Das Thema Alkohol und sein Missbrauch wird auch weiterhin ein gesamtgesellschaftliches Problem darstellen. Nicht nur aus polizeilicher Sicht wäre es absolut wünschenswert, dass in Bezug auf den übermäßigen Alkoholkonsum ein Umdenken stattfinden würde.