Blind auf ihr Navigationsgerät verlassen hatte sich am Samstagnachmittag eine 86-jährige Autofahrerin aus dem Raum Kissingen. Die rüstige Rentnerin wollte mit ihrem Mercedes von Bad Kissingen nach Maßbach fahren.

Dazu hatte sie den Zielort in das Navigationsgerät eingegeben. Offensichtlich hatte sie jedoch eine Fahranweisung nicht gehört, so dass sie schließlich an der Anschlussstelle Bad Kissingen/Oerlenbach auf die A71 in Richtung Schweinfurt aufgefahren war.

Hier meldete das Navi nun, sie möge doch bitte wenden, was die Rentnerin dann auch versuchte und schließlich mit ihrem Auto quer auf der linken Fahrspur stand. Zu diesem Zeitpunkt näherten sich aus Richtung Norden mehrere Fahrzeuge.

Ein 62-Jähriger aus dem Raum Forchheim konnte nur durch eine Vollbremsung und geistesgegenwärtiges Ausweichen nach rechts einen frontalen Zusammenstoß zwischen seinem Peugeot und der Fahrerseite des querstehenden Fahrzeugs verhindern.

Eine 18-jährige VW-Fahrerin aus dem Raum Schweinfurt konnte einen Zusammenstoß mit dem Mercedes zwar verhindern, kollidierte jedoch mit dem Wagen des 62-Jährigen und schob diesen noch gegen die Außenschutzplanke.

Eine 24-jährige Fordfahrerin aus dem Landkreis Bad Kissingen und eine 21-jährige, ebenfalls Fordfahrerin, aus dem Raum Meiningen, die noch dazu mit ihrem sechs Monate alten Kind unterwegs war, hatten mehr Glück und konnten gerade noch einen Unfall vermeiden, standen aber gehörig unter Schock.

Die beiden Fahrer der verunfallten Fahrzeuge wurden zur Abklärung der Verletzungen durch den Rettungsdienst in ein Schweinfurter Krankenhaus gebracht. Der 62-jährige konnte das Krankenhaus noch am selben Abend verlassen. Die 18-jährige wurde zunächst stationär aufgenommen, da bei ihr Kopfverletzungen nicht auszuschließen waren. Sie befindet sich jedoch auch schon auf dem Weg der Besserung und kann das Krankenhaus wohl bald verlassen.

Auf richterliche Anordnung hin wurde der Führerschein der Rentnerin vorerst beschlagnahmt. Während der Unfallaufnahme wurde der rechte Fahrstreifen durch die Freiwillige Feuerwehr Oerlenbach, die mit mehreren Fahrzeugen und ca. 20 Mann im Einsatz war, gesperrt. Da auch Kraftstoffe und Öl ausgelaufen waren, war auch noch die Straßenmeisterei Schweinfurt vor Ort, um sich um die Fahrbahnreinigung zu kümmern. Die beiden verunfallten Fahrzeuge wurden durch Abschleppdienste von der Autobahn verbracht.

Glücklicherweise reagierte der 62-Jährige so geistesgegenwärtig, dass es bei dem Unfall lediglich zu einem Sachschaden von etwa 15.000 Euro und leichten bis mittelschweren Verletzungen der Unfallbeteiligten kam. Viel hätte nicht gefehlt und es wären in diesem Fall Schwerstverletzte oder sogar Tote zu beklagen gewesen.