Alles begann damit, dass es einer 12-Jährigen am Dienstagnachmittag langweilig geworden ist. Da kam sie auf die Idee, mehrfach den Polizeinotruf zu wählen. Nach Angaben der Polizei legte sie meistens ohne ein Wort zu sagen wieder auf. Während ihres letzten Anrufs hat sie aber mitgeteilt, dass sie heftig geschlagen worden sei und untermauerte das Ganze, indem sie alles mit tränenerstickter Stimme schilderte.

Da ein Gewaltdelikt beziehungsweise Kindesmissbrauch nicht gänzlich auszuschließen waren, wurde die Rufnummer rückverfolgt. Dabei wurde eine Einsatzörtlichkeit im Niederwerrner Ortsteil Oberwerrn lokalisiert. Als eine Streife vor Ort eintraf, öffnete trotz Klingelns und lauten Rufens niemand die Haustür. Es wurde noch mehrmals versucht, an besagter Telefonnummer jemanden zu erreichen. Dort hob jedoch keiner mehr ab.

Deshalb entschlossen sich die Beamten, das Haus zu betreten. Nachdem es ihnen gelungen war ins Haus zu kommen, waren weder Personen noch Hinweise oder Spuren irgendwelcher Gewalttaten vorzufinden. Als Zufallsfund entdeckten sie aber eine scharfe, kleinkalibrige Langwaffe mit beinahe 100-Schuß Munition. Außerdem fanden die Polizisten einiges an Marihuana sowie zwei Blumentöpfe, die bereits "abgeerntet" wurden. Die Fundstücke wurden alle beschlagnahmt.

Nachträgliche Ermittlungen ergaben, dass der 48-jährige Besitzer, der Vater des Mädchens, keine waffenrechtliche Erlaubnis besitzt. Gegen ihn wird jetzt wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittel- und das Waffengesetz ermittelt. Gegen seine 12-jährige, und damit noch strafunmündige Tochter, wird ein Ereignisbericht wegen Missbrauchs von Notrufen an die Staatsanwaltschaft und das Jugendamt gesendet.