Seit Montag gibt es eine neue Buslinie im südlichen Landkreis Schweinfurt: "Rufus, der Rufbus" hat seinen Betrieb zwischen Wipfeld und Werneck aufgenommen. Das Besondere: Er fährt nur los, wenn ihn ein Fahrgast vorher bestellt hat.
Mit dem neuen Modell wollen der Landkreis und die Gemeinden Wipfeld, Schwanfeld, Waigolshausen und Werneck das Angebot im öffentlichen Nahverkehr stärken. Zunächst soll ein Jahr lang getestet werden, ob die Bürger die Linie annehmen. Weitere Linien mit den Zielorten Werneck und Gerolzhofen sollen ab 1. August dazukommen.


Nachfrage entscheidet

Ob das Modell wirklich funktioniert, entscheiden die Bürger durch ihre Nachfrage. Die scheint es auch zu geben, wie eine Umfrage in den Kommunen vor etwa zwei Jahren ergeben hat. Vor dem Rathaus in Werneck hatten sich Landrat Florian Töpper und die Bürgermeister der beteiligten Gemeinden zum offiziellen Termin noch gar nicht richtig formiert, da sprach eine Passantin Rathauschefin Edeltraud Baumgartl an: "Das ist etwas für alte Leute, die keinen Führerschein haben."
Es sei ein Stück Lebensqualität, wenn die Menschen im Ort, die ansonsten nicht mobil sind, wieder selbst einkaufen können, verspricht sich Baumgartl auch einen sozialen Mehrwert. Ganz abgesehen davon, dass Kaufkraft vor Ort bleibe, wie Landrat Töpper sagte. Erstmals gebe es im Kreis eine Buslinie, die nicht Schweinfurt und Gerolzhofen zum Ziel habe. In Werneck gibt es viele Läden, Arztpraxen, Kliniken und das Kreisaltenheim. Vor allem in diesen Einrichtungen soll Werbung gemacht werden.
Auch für die Bürgermeister der Nachbargemeinden steht vor allem die Erreichbarkeit Wernecks im Zentrum des Interesses. Peter Pfister (Waigolshausen) kennt Bürger, die zu Fuß nach Werneck unterwegs sind, um Besorgungen zu machen. Sie haben es künftig leichter. Und auch das Schienennetz am Waigolshausener Bahnhof sei für Wernecker, Schwanfelder und Wipfelder nun einfacher zu erreichen.
Das Rufbus-System funktioniert so: Wer mitfahren will, meldet sich spätestens eine Stunde vorher telefonisch an und gibt an, wo er zusteigen möchte. Dann startet der Bus und klappert fahrplanmäßig alle Haltestelle ab. Mitgenommen werden bevorzugt diejenigen, die sich angemeldet haben. Der Fahrpreis ist gestaffelt nach Entfernung. Beispielsweise kostet eine einfache Fahrt Wipfeld-Werneck 4,20 Euro. Tickets verkauft der Fahrer im Bus. Josef Schäfer