Zwei minderjährige Bewohner eines Kinderheims im Kreis Schweinfurt sollen am vergangenen Wochenende ein dort lebendes minderjähriges Mädchen gemeinsam missbraucht haben. Wie die Polizei am Freitag in Würzburg mitteilt, soll sich die Tat auf dem Gelände des Kinderheims zugetragen haben. Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft Schweinfurt ermitteln in enger Zusammenarbeit mit dem dortigen Jugendamt, hieß es. Der Einrichtungsleiter habe den Fall am Montagmittag gemeldet.

Nach Recherchen des Evangelischen Pressedienstes (epd) handelt es sich um das "Jugendhilfezentrum Maria Schutz" in Grafenrheinfeld, das vom Caritasverband für Stadt und Landkreis Schweinfurt getragen wird. Der Gesamtleiter der Einrichtung, Andreas Waldenmeier, bedauerte den Vorfall am Freitag außerordentlich und verwies auf eine Stellungnahme. Demnach ereignete sich die Tat am Sonntag (18. Mai), zwei Jungen der Einrichtung hätten dabei ein elfjähriges Mädchen sexuell missbraucht.

Man nehme den tragischen Vorfall zum Anlass, "unsere umfangreichen Präventionsmaßnahmen, Risikoeinschätzungen und Leitlinien in enger Abstimmung mit den zuständigen Stellen der Caritas und der Diözese Würzburg erneut zu überprüfen, heißt es in der Stellungnahme. Man habe nach Bekanntwerden des Vorfalls diesen in Absprache mit Polizei, Staatsanwaltschaft und Ärzten "unverzüglich angezeigt, dokumentiert und untersucht". Die Betroffenen seien psychologisch betreut worden.

Die Polizei lobte die Zusammenarbeit mit der Heimleitung am Freitag ausdrücklich: Die Ermittler seien von der Einrichtung "in vorbildlicher Weise" unterstützt worden. Weil das Opfer sowie mindestens einer der Tatverdächtigen jünger als 14 Jahre sind, wollte die Polizei sich nicht weiter zu dem Geschehen äußern. Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren sind in Deutschland strafunmündig. Zudem verwies die Polizei auf die noch laufenden Ermittlungen. epd